„Seid Ihr alle da?“

Mit diesem Satz eröffnet traditioneller Weise  der Kasperl, (eine Handpuppe die seid vielen Generationen vor allem die jüngsten Österreicher unterhält,) die Aufführung. Diese, älterste regelmäßig ausgestrahlte Kindersendung im Fernsehen ist der Österreicher so gewohnt, dass wir auch einen „Kasperl“ alias Werner Faymann, als Hauptrolle in unser Parlament gewählt haben. Der nun die Abenteuer, welche die Politik ihm täglich aufbürdet, mit der selben Naivität wie das Vorbild besteht. Dass er so, wunderbar in das  EU Parlament passt, ist auch dem EU-Parlament aufgefallen. So wurde er als einer der wenigen Regierungschef innerhalb der EU eingeladen, vor dem EU-Parlament eine Ansprache zu halten. Martin Schulz, der Parlamentspräsident, weist die wenigen anwesenden Abgeordneten in seiner Begrüßung von unserem „Kasperl“, auf „die fundamentale Bedeutung“ solcher Ansprachen hin.

Werner Faymann (österr. Bundeskanzler)

Werner Faymann (österr. Bundeskanzler)

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!

Meiner einer kann einfach nicht nachvollziehen, warum Sie die Ansprache nicht mit dem: „Seid Ihr alle da?“ begonnen haben. Je nachdem, welche Pressephotos man betrachtet, fällt einem die absolute Gelangweiltheit der anwesenden Abgeordneten auf. Mit einem: „Seid Ihr alle da?“ hätten Sie vielleicht doch etwas Aufmerksamkeit erregt? Die Frage hätte auch hervorragend zum EU-Parlament gepasst. Ist es denn nicht die Kunst des EU Parlaments, Fragen zu stellen und zu diskutieren, deren Antwort wir schon kennen?

„Kaputtsparen“
Nachdem nun sogar die Ökonomen des IWF erkannten, dass man sich seid Jahrzehnten irrte und die negativen Auswirkungen des Sparrens auf die Wirtschaft wesentlich größer sind als die Erfolge beim senken der Schulden, kommen auch Sie nicht um hin, vor den Gefahren des „kaputtsparens“ zu warnen. Klasse das ein sozialistischer Kanzler, das nach Jahrzehnten der Kritik aus den eigenen Reihen auch mal einsieht. Sie betonen die Richtigkeit der Eurohilfen und machen natürlich auch gleich einen Vorschlag wie diese im Sinne von Privatinvestoren verwirklicht werden könnte. Wir die stärkeren Länder müssten den Schwächeren Ländern helfen. Na sieh mal einer an! Der „Kasperl“ ist also doch sozial? denkt sich meiner einer. Doch sofort wird klar das dieser Gedanke nicht von einem ehrlichen Sozialisten kommen kann.

„Schuldentilgungsfonds“
Wir sollen nun den schwächeren Ländern helfen einen gemeinsamen „Schuldentilgungsfonds“ zum besseren Schuldenmanagement einrichten? Entweder Sie wissen einfach nicht was ein Fonds ist? Macht nichts, viele Wähler wissen das auch nicht. Oder Sie sind schlichtweg dafür, immer mehr Kapitalmacht an private Investoren abzugeben? Dazu müssten Sie jedoch verstehen, dass es mit ein Grund ist, warum wir in Österreich noch immer so gut da stehen, das sich alle Aktien der „Österreichischen Nationalbank“ im Besitz des Bundes befinden. Ein Umstand der bei den meisten Notenbanken der EU eben nicht gegeben ist. warum sollen wir nun mit einem Fonds weitere Kapitalmacht ab zu geben? Ist der ESM noch nicht genug? Etwas was meiner einer ihnen nie verzeihen wird. Denn die Basis ihrer Partei, war diesem gegenüber, mit gutem Grund gegenüber skeptisch und daher dagegen. Doch einen Bonus habe Sie derzeit bei den EU-Kritikern.

„Ein Europa der Nachverhandlungen à la carte“
soll es nach Ihrer Ansicht eben auch nicht für England geben. Was derzeit die EU-Kritiker wie auch die EU-Gegner dazu bringt  über Sie zu schreiben und zu berichten. Doch England braucht kein „Europa à la carte“ wenn Sie den Finanzsektor mit einer weiteren Institution unterstützen. England bleibt sicher in der EU, wenn „Volksvertreter“ wie Sie, die EU weiter zu einer Institution der „Finanzindustrie“ für alle umgestallten. Wir haben in Österreich noch eine funktionierende Agrarkultur. Auch eine passable Industrie ist uns erhalten geblieben. Das ist, neben den vielen Klein und Mittelbetrieben, das Fundament des unseres Erfolgs. Warum wollen Sie das jetzt ändern? Reichen Ihnen denn die ruinösen Ausflüge unserer verschiedenen Landesregierungen in die Hochfinanz noch nicht?

Die „Finanzindustrie“
wie ein Großteil der Hochfinanz ist ein „Etikettenschwindel“. Es wird nichts erwirtschaftet. Und wo nichts erwirtschaftet wird, kann nur Gewonnen werden. Gewonnen muss jedoch für unsere „Eliten“ immer von anderen werden. Da sind sich alle diese „Eliten“ einig. Sind den Schuldenlasten für mehr als 3 Generationen noch nicht ausreichend? Müssen unsere Haushalte denn wirklich für Jahrhunderte gegenüber diesen „Eliten“ verpfändet werden?

Doch meiner einer ist sich sehr sicher, dass Sie uns mit einer Plakataktion, die wir bezahlen dürfen, erklären werden, wie Kompetent sie sind.
So als …ähh… im Bildungsauftrag der Bundesregierung?
Demnach kann meiner einer Sie also nur dazu ermuntern, getrost zu fragen: „Seid Ihr alle da?“
Er wird dann laut rufen : „Jaaaaaaaa“,
Und als einer der wenigen hat und wird er Ihnen sogar zuhören.

Ihr Wildweststeirer.

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