Der Währungskrieg Staaten vs. „Markt“

In den letzten beiden Tage trafen sich die „Eliten“ auf dem  G20 (Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer) Gipfel in Moskau. Dieser stand unter der unmittelbaren Bedrohung eines aufkeimenden Währungskrieges. Wie zu erwarten war, haben sich die G20 auf keine fixen Währungskurse geeinigt. Doch die unterschiedlichen Aussagen der beteiligten „Experten“ eignen sich hervorragend dazu, Ihnen zu zeigen, warum der Etikettenschwindel “ Schuldenkrise“ derart fatal ist.

G20 Gipfel Russland 2013

G20 Gipfel Russland 2013

Die Ausgangssituation
Als regelmäßiger Leser wissen Sie, dass Japan vor dem Hintergrund einer Deflation erst unlängst die Druckerpressen anwarf, um mehr Geld auf den Markt zu werfen. Eine notwendige und wichtige Entscheidung. Denn eine Deflation ist eine Motivation Kapital zu bunkern. Sobald Kapital rein durch den Besitz zu mehr Vermögen führt, hat niemand mehr die Motivation Geld zu verleihen. Was zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft führt. Nebenbei hat die Abwertung zur Folge, dass zwar die Bürger eines Währungsraumes insgesamt Geld verlieren, der Export jedoch angetrieben wird. In einer Schuldenkrise eines Währungsraumes, führt ein mehr an Exporten zu mehr Einnahmen in den Währungsraum. was auch zu einem Abbau der Schulden führt.

Der Währungskrieg
Im Grunde geht es bei einem Währungskrieg darum, dass sich jeder Währungsraum nur mehr durch Abwertung seiner eigenen Währung versucht, sich einen Exportvorteil zu verschaffen. Die Vermögen werden so verringert und die Arbeitskraft billiger. Was den „Markt“ dazu motivieren soll, Produktionen in diesen Raum zu verlegen. So also mehr Wertschöpfung in diesen Währungsraum transferiert wird. Solch ein Währungskrieg ist fatal für die Weltwirtschaft. Durch die mit einhergehende Inflation würden die Kapitalvermögen wie die Schulden immer kleiner. Das Verhältnis bleibt jedoch das selbe. Doch wenn die Währungsräume nur mehr mit Abwertung versuchen ihre Exporte zu erhöhen, führt dies unweigerlich zu einer Hyperinflation.

Die Aussagen der  „Eliten“
Super Mario (EZB Chef Mario Draghi) sagt zu den aufkeimenden Gerüchten eines Währungskrieges: „unangemessen, fruchtlos und selbst-zerstörerisch“  Womit er völlig recht hat., denn eine mit einhergehende Hyperinflation ist der endgültige  Zusammenbruch der Wirtschaft und hat schon sehr oft in der Geschichte zu Kriegen und blutigen Revolutionen geführt. Der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen hat sich zum Begriff Währungskrieg ähnlich geäußert. „Das Gerede vom Währungskrieg ist weit, weit übertrieben. Ich mag den Begriff auch nicht, da es im Krieg nur Verlierer gibt“. Der „Markt“ würde ja auf einen solchen aufkeimenden Währungskrieg noch mehr Kapital in Derivate bunkern, welche auf einen Zusammenbruch der Wirtschaft setzen. Wir erinnern uns,„Der „Markt“ ist wie ein scheues Reh“. So ist einer Beunruhigung des „Marktes“ unbedingt zu vermeiden. Was Sergej Stortschak (Vize-Finanzminister Russlands) dazu bringt, die Gerüchte um einen Währungskrieg zu bestreiten: „Es gibt keinen Abwertungswettlauf, es gibt keinen Währungskrieg“. Na ja, eine Gefahr zu verleugnen ist auch eine Möglichkeit mit Bedrohungen umzugehen. Wir sehen also, dass die Argumentationen in einer Schuldenkrise durchaus nachvollziehbar sind. Doch betrachten wir das ganze Szenario mal als eine Auswirkung der Vermögenskrise!

Die Vermögenskrise
Wenn Vermögen, wegen einem Überangebot an Kapital, nicht mehr mit den gewohnten Gewinnen investiert werden können und die Politik dies seit Jahrzehnten verleugnet, sucht sich die „Finanzindustrie“ immer mehr Scheingeschäfte, um Kapital aus der Wirtschaft auf Konten der Vermögenden zu buchen. Was die Kapitalvermögen weiter vergrößert und das Problem immer mehr verstärkt. So entstehen nun Wirtschaftsräume in denen die Vermögenden immer mehr Kapital aus der eigenen Wirtschaft abziehen und hoffen, dass die anderen Wirtschaftsräume ihren Bürgern noch genug Kapital lässt, um als Konsumenten dienen zu können. Nur sind mittlerweile alle Wirtschaftsräume von diesem modernen Wegelagertum betroffen. Sicher ist es richtig, dass man den Abbau der Staatsschulden forcieren möchte. Doch da in allen Wirtschaftsräumen die Konsumenten als Verursacher gesehen werden und der „Überkonsum“ als die Ursache betrachtet und mit immer höheren Steuern bestraft wird, gibt es keine massen an kompetenten Konsumenten mehr. Es ist einfach ein Unterschied ob man einige 10.000 als potente Konsumenten hat, oder ob Millionen fähig sind kompetent zu konsumieren. Es bleiben nur mehr die Staaten über die Schulden zu lasten der nächsten Generationen machen können, denn die Wirtschaft wird durch versklavte Konsumenten, die nur mehr mit den billigsten Produkten überlebensfähig sind, zu Grunde gerichtet.

Die Zeichen der Zeit
Wenn sich nicht mal die G20 darauf einigen können, der Beeinflussung der Märkte durch Großinvestoren einen Riegel vorzuschieben, wie soll die Vermögenskrise so jemals überwunden werden? Niemand wagt es George Soros Aktion, den Goldmarkt zu beeinflussen, kritisch zu erwähnen. Obwohl dieser selbst immer wieder betont, dass seine Aktionen schädlich sind und er der Politik zeigen will wie falsch sie handelt. So bleibt alles auch nach einem G20 Gipfel wiederum beim Alten. Das Problem „Vermögenskrise“ wird geleugnet. Eine nicht vorhandene „Schuldenkrise“ wird weiter bekämpft und man ist sich nur einig, sich nicht einig zu sein.

So werden wir Bürger weiterhin als Kanonenfutter dem wahren Währungskrieg geopfert.
Staatshaushalte versus „Markt“.

Bleiben Sie mir dennoch gewogen, Ihr Wildweststeirer.

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2 Responses to Der Währungskrieg Staaten vs. „Markt“

  1. ‎“Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“
    -Henry Ford

    • Wildweststeirer says:

      Es war auch Ford der sagte: „Jeder meiner Arbeiter muss sich das Fahrzeug auch leisten können an dem er baut.“ Etwas was eben vergessen wurde.