Von Rehen und Heuschrecken

„Wir dürfen den Markt nicht verunsichern! Dieser ist wie ein scheues Reh.“  Wie ich diesen Satz schon über habe. Dieser ominöse „Markt“, der so viel Gutes bringen soll und deshalb keinesfalls an den Kosten einer guten Infrastruktur und einem funktionierenden Bildungs-  und Gesundheitswesen beteiligt werden darf. Obwohl er nachweislich am meisten davon profitiert. Immerhin ist es ihm gelungen weit mehr an Vermögen anzuhäufen, als der Rest der Welt an Krediten oder Investitionen benötigt. Der „Euro-Gruppen-Chef“ Jeroen Dijsselbloem hat es nun gewagt diesen „Markt“ zu verunsichern.

Jeroen Dijsselbloem "Euro-Gruppen-Chef"

Jeroen Dijsselbloem („Euro-Gruppen-Chef“)

„Das Risiko vom Finanzsektor zu nehmen und es der Öffentlichkeit aufzubürden, ist nicht der richtige Ansatz.“
Nebenbei erwähnte er dann auch noch, dass man in Zukunft wohl öfter die Anleger bei der Sanierung von Banken mit in die Pflicht zu nehmen. Mehr brauchte es nicht. Um seinen Job zu behalten musste er dann schriftlich dementieren, dass die Lösung in Zypern als Blaupause für andere Krisenstaaten ein mögliches Modell sei. Nun wird ihm die Schuld an den stümperhaften Vorgehen letzte Woche zugeschoben.

Was ist denn diese „Euro-Gruppe“?
Da die EZB grundsätzlich ja keine wirtschaftspolitischen Entscheidungen treffen kann, wurden hier ein Forum geschaffen, welches den Finanz- und Wirtschaftsministern der Eurostaaten die Möglichkeit bieten soll, ihre Steuer- und Haushaltspolitik mit der EZB abzugleichen. Natürlich sitzt „Super Mario“ (Draghi) auch in dem Gremium. In dem er ja während der Verhandlungen zur Zypernkrise recht erfolgreich gepokert hat. Die Drohung, Zypern pleite gehen zu lassen war angesichts der Tatsache, dass die EZB 11 Milliarden an zypriotischen Staatsanleihen hält, sehr gewagt.

Jeroen Dijsselbloem
… war der einzige Kandidat, der sich zum Jahreswechsel bereit erklärte, die Chefposten der „Euro-Gruppe“ zu übernehmen. In seiner Heimat, den Niederlanden, hat er in seiner Funktion als Finanzminister schon 4 Banken, welche gerettet werden mussten, auch gleich not-verstaatlicht. Grundsätzlich scheint Dijsselbloem nichts von einer permanenten Rettung der Anleger zu halten? Genau das macht ihn natürlich für die Schergen der „Gesellschaften des legalisierten organisierten Verbrechens“ verdächtig.

Sehr geehrter Herr Dijsselbloem!

Glückwunsch, zu ihrer Offenheit. Wir Bürger Europas haben es auch satt, dem „Markt“ andauernd die Wertschöpfung unserer nächsten Generationen in den Rachen zu werfen. Einem „Markt“ den man nicht mit einem Reh sondern mir Heuschrecken vergleichen sollte. Die eben weiter ziehen, wenn das Land geplündert worden ist. Leider haben Sie ja offensichtlich noch nicht die Unterstützung, welche Sie brauchen um diesen Heuschrecken den Zugang zu europäischen Steuergelden zu verwehren. Deshalb wäre es mir eine Freude, Ihnen meine Unterstützung anzubieten. Solche Fehler, wie eine Beteiligung der Anleger ohne Freibetrag sollte uns wirklich nicht mehr passieren. So wie wir zukünftig auch den Abzug der Heuschrecken besser vereiteln müssen.

Schwere Aufgaben
… kommen auf uns zu. Denn auch mir ist klar, dass es nicht einfach ist solche Dinge zu unterbinden, wenn die Artenschützer der Heuschrecken mit mehr Personal während der Verhandlungen anwesend sind. Weder der IWF, noch die Schergen der „Deutschen Bank“ und der  „Goldmann Sachs“ haben ja ein ernsthaftes Interesse diesen das Handwerk zu legen. Was genau dem seriösen Markt die Investition in seriöse Geschäfte, welche auf einer nachhaltigen Wertschöpfung basieren, so schwer macht.

Der „Markt“ versus dem Markt
Ich habe einige Bekannte, welche durchaus gewillt sind, durch ehrliche Investition ihr, von ihnen oder ihren Vorfahren erarbeitetes Vermögen, vor Inflation zu schützen. Doch alle diese getrauen sich nicht in ein Europa zu investieren, in dem der Konsummarkt immer weiter durch Niedriglöhne und Besteuerung von Konsum, weiter eingeschränkt wird. Diese sind tatsächlich scheu wie Rehe, ihre Vermögen werden nicht gerettet wenn es zu Verwerfungen am Finanzmarkt kommt. Denn diese gelten nicht als systemrelevant. Wegen fehlendem Interesse der Wirtschaftspolitik, eine funktionierende Wirtschaft am laufen zu halten, sind dann diese gezwungen, Europa den Rücken zu kehren. Was ich sehr schade finde.

Genug ist genug.
Die Vermögen dieser seriösen Menschen reichen locker, Europa wieder da hin zu bringen wo es mit seiner schon bestehenden Infrastruktur und den Resten eines funktionierenden Sozialwesens hin gehört. Ein ernst zu nehmender Partner in wirtschaftlichen Fragen.
Wir brauchen die Heuschrecken nicht. Sie können diese also gerne weiter verscheuchen.
Da diese nicht bereit sind, die Verantwortung die Vermögen nun mal mit sich bringt auch zu übernehmen.

Enttäuschen Sie uns also bitte nicht, ehen Sie einfach Ihren Weg weiter! Wir die ehrlichen Bürger Europas stehen hinter Ihnen.

Hochachtungsvoll, Ihr Wildweststeirer

 

 

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