„Excel-Fehler“ schuld an der Krise?

Na Bravo! Nun ist ein Fehler in einer „Excel-Tabelle“ schuld an der Krise. Denn man hatte ja mathematisch bewiesen, dass man nur die Staatschulden runter schrauben muss, dann wird es wieder mit der Wirtschaft. Wir retten sein Jahren die Banken, den Euro, die Wirtschaft und die Maikäfer.  Die Politik predigt uns immer wieder welche Erfolge sie schon erreicht hat und in welch einem Wohlstand wir leben. Dennoch fehlt es nun auch schon in Europa vielen Menschen am nötigsten. Die Leitzinsen wurden schon unter die Inflationsrate gesetzt, die Zinsen für Staatsanleihen sind für die Nordstaaten ebenso schon praktisch null. Warum geht es sich dennoch nicht aus? Warum kommen wir aus der Krise nicht raus? Lassen Sie uns dazu ein kleines Gedankenexperiment machen. Vielleicht kann so ein Elektriker und gelernter Landwirt ihnen die Finanzwelt besser erklären?

Bauer (Gemälde von Albert Haueisen)

Bauer (Gemälde von Albert Haueisen)

Ab morgen bezahlen wir mit Mais.
Viele sprechen ja davon, dass das viele Fiatmoney an der Krise Schuld sei. Geld hätte ja keinen Wert. Dann geben wir nun eben allem Geld einen realen Wert. Ein Euro entspricht nun einem Kilo Mais. Mais kann man essen, verfüttern, verheizen und sogar ein umweltfreundlicher Kunststoff lässt sich aus Mais herstellen. Zudem ist Mais einigermaßen haltbar. Jeder kann frei Mais anbauen und sich so das gültige Zahlungsmittel beschaffen. Also haben wir eine Währung mit realer Deckung.

Die Bauern
Nun muss man sich als Bauer immer einen Teil des geernteten Mais für die Aussaat zurückhalten und wer schlau ist legt sich auch etwas zurück, um für schlechte Jahre vorzusorgen. Wenn nun einer der Bauern etwas mehr Pech hat oder einfach nicht schnell genug gelernt hat, wie man erfolgreich Mais anbaut, wird er für die Aussaat sich von einem anderen Bauern etwas Mais borgen müssen. Wir behalten das System mit den Zinsen und gewähren dem erfolgreichen Bauern einen Anteil an der nächsten Ernte. Sollte der in Schwierigkeiten geratene Bauer nun Glück haben oder es einfach gelernt haben, sind beide Bauern Gewinner an dem System.

Das Zentrallager
Da der Mensch nun mal ängstlich ist, und sich gerne Vorräte anlegt, wird es früher oder später dazu kommen, dass Experten, für die Lagerung von Mais, diese Aufgabe übernehmen. Sie lagern den Mais und vergeben Gutschriften für die eingelagerten Mengen. Nebenbei verborgen sie Mais gegen Schuldscheine. Mit Zinsen natürlich für die, welche den Mais einlagern und Zinsen für die welche sich Mais ausborgen. Die Verwalter dieses Lagers sind ja Profis. So werden die Lager immer größer, bis man den Vorrat für viele Jahre hat.

Die Krise
Die Bauern sind nun alle gut ausgebildet und verfügen über gute Werkzeuge. So will nach einiger Zeit sich keiner mehr Mais vom Zentrallager ausborgen. Zudem verschlingen die großen Lager auch einiges an Kosten.
Nun wird es schwierig. Die, welche über viele Gutschriften verfügen, werden plötzlich unruhig. Denn die Verwalter können ihnen kaum mehr Zinsen für ihre Gutschriften gewähren. Wir haben also eine „Maisvermögenskrise“.

Die Lösung?
Damit die Besitzer, nun nicht mit ihrem vielen Gutschriften dass Weite suchen, müssen diese Besitzer von den vielen Gutschriften beruhigt werden. Also werden mehr Steuern von allen Bürgern verlangt, damit die Lagerverwalter mehr Geld für die Erhaltung der Lager haben und weiterhin ihre Bestände vergrößern können. Eine Besteuerung der Bestände wäre ja völlig falsch. Des weiteren müssen die Bürger einfach mehr und länger arbeiten. Denn nur so bleibt es für die Lagerverwalter und die Besitzer der Gutschriften interessant, in dem Land weiter zu machen. Da jedoch die Bürger immer mehr für die Erhaltung der Lager und immer weniger für sich ausgeben können und schrumpft die Wirtschaft. So kommt es dazu, dass immer mehr mehr Bürger vom Staat leben müssen. Egal, müssen die anderen eben etwas mehr für weniger Geld arbeiten.

Schwachsinn?
Werden Sie sich dass nun gedacht haben. Die Lösung wäre ja einfach? Man müsste doch nur die Bestände an Mais auf eine vernünftige Menge reduzieren. Ja, da heben Sie natürlich völlig recht.
Nun, mit unserem Geld läuft dass genau so ab. Doch nur wenige sehen das reale Problem dabei. Die immer größer werdenden Lager sind das Problem und nicht die zu geringe Leistungsfähigkeit der Bürger.

Neue  Berechnungen sind gefragt.
Also bitte! Verschrecken wir ja nicht den Markt! Irgend ein hochbezahlter Ökonom wird schon eine neue Arbeit schreiben die uns vorrechnet, dass es möglich ist, die Lager weiter zu vergrößern, ohne das irgend jemanden die Ressourcen die dafür verwendet werden anderen fehlen. Diese müssen natürlich mit immensen Gehältern belohnt werden. Versuchen Sie mal eine Rechnung anzustellen, in der sich dass, für uns alle ausgeht.

Die Gewinner
… sind einzig und alleine die Ratten, welche in immer größer werdenden Lagern sich immer leichter verbergen können und so sich an Beständen bedienen.

Sollten sich einige Personen  aus den „Gesellschaften des legalisierten organisierten Verbrechens“ oder der Politik jetzt angesprochen fühlen?
Das war absichtlich und er entschuldigt sich für rein gar nichts.

Ihr Wildweststeirer

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7 Responses to „Excel-Fehler“ schuld an der Krise?

  1. Geld ist kein Mais, Geld ist ein Tauschmittel.
    Zins war als Wachstum gedacht.
    Ich habe Goldmünzen und wenn ich nach mehr Gold schürfe und neue Gebiete erschliesse, dann kann ich mehr Goldmünzen prägen.
    Irgendwann kann eine Wirtschaft nicht weiter wachsen, deswegen wird dann Zins zur Inflation.
    Ich steigere die Geldmenge, die Preise und die Löhne.
    Die Notenbanken, die den Leitzins festlegen, überlegten sich lange, wie sie die Inflation erträglich halten können.
    Greenspan, der Chef der FED, erhöhte die Zinsen mit ansteigender Hochkonjunktur und senkte die Zinsen im anschließenden Konjunkturtief, damit die Leute ihr erspartes in Aktien und Firmen investierten und die Wirtschaft wieder in Schuss kommt.
    Die amerikanische Notenbank war immer bemüht auch die Arbeitsmarktsituation in der Leitzins Gestaltung zu Berücksichtigen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Taylor-Regel
    Die EZB, die aus einer Blaupause der deutschen Notenbank gemacht wurde, war rein auf Geldwertstabilität ausgerichtet.
    Das Problem mit den Zinsen begann in €uropa anfang der 1990. Es konnte nicht mehr Wachstum mit dem Geld der Sparer erziehlt werden. Die Bawag vergab gute Konditionen für Arbeiter, für die Wirtschaft und die Gewerkschaft wollte auch ihre Renditen. In €uropa konnte aber man dieses Wachstum zu den vereinbarten Zinsen nicht mehr erreichen, denn die Hochkonjunktur war vorbei. Also anstatt, wie Greenspan die Zinsen wieder niederer zu machen, investierte man in Karibik-Termingeschäfte. Andere Banken investierten in nicht-demokratische Länder, wie China, die keine Arbeiterrechte hatten und ihre Währung immer künstlich niedrig hielten, indem sie ihre Bevölkerung permanent enteigneten. Gleichzeitig wanderte ein Teil der Industrie in dieses Ausbeuterparadies ab und die verbleibenden Industriellen mussten zumindest die Löhne etwas senken, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Was machte der Staat. Er hob die Gehälter seiner Beamten stetig weiter an, während die Löhne stagnierten. „Wohl erworbene Rechte“
    Die stagnierenden Löhne und steigenden staatlichen Kosten führten dazu, dass die Steuern auf Arbeit noch mehr erhöht werden mussten. Erst in der Not wurde für neu eingetretene Staatsdiener ein sau-schlechter Arbeitsvertrag verhandelt, während die alt eingesessenen mittels juristischer Tricks weiter ihre fetten Löhne und Pensionen behielten.
    „Hinter uns die Sintflut“, das ist das assoziale Motto eines Andreas Kohl, eines Neugebauers und anderen GÖD Pensionisten, die jetzt Millionäre sind, während die jungen sich einem assozialen voll liberalisierten Arbeitsmarkt ohne Sozialsystem wiederfinden.
    Danke alt GÖD-Gewerkschaft, ihr habt vollkommen assozial und verantwortungslos gehandelt, genauso wie der ÖGB.
    Ihr habt den Werksarbeitern die Solidarität gekündigt und fordert nur ständig für die eigenen Pfründe.
    http://goed.penspower.at/sites/Aktuell/Beitraege_2013/beitragsabschaffung.html
    Benya würde sich im Grab umdrehen.

  2. Armando Kaegi says:

    Excel-Fehler: „die sollten jenen Filter der subjektiven Wahrnehmungen beseitigen!“ Wahrhaftig würde die professionelle Stellungnahme der Mitwirkenden zu deren Arbeit nötig!

  3. Wildweststeirer says:

    Wisst Ihr beiden denn nicht, dass Arbeit mit dem Weg und der masse berechnet wird? Demnach müsst es doch egal sein in welcher Zeit ich meine Arbeit mache? Weil die Zeit kommt erst mit der Leistung mit ins Spiel.
    Mathematisch betrachtet müsste ich also immer bezahlt werden wenn ich arbeiten gehe?

    • dedeten says:

      Lieber WWS.
      Arbeit = Weg x KRAFT.
      ( Weg x Masse ist eigentlich fast nix, die Umlaufbahn der Satelliten)

      Wenigstens die 100 Jahre alte Physik sollte richtig sein.
      PS: interessant, dass Sie offenbar nicht nach LEISTUNG bezahlt werden

      • Wildweststeirer says:

        Sorry, bezog das auf die Bedingungen auf den Planeten.
        Natürlich haben sie da recht.

  4. dedeten says:

    Physikalische Gesetze haben wenig mit den Bedingungen wo immer zutun.

    Im Weltraum, auf den Planeten oder im Wasser ist Arbeit immer Kraft x Weg. (mechanische!!)

    siehe: auf einem Schwebepodest kann man einen Panzer leicht verschieben – NUR eben nicht einen Berg hinauf.
    DENN: Kraft = Masse x Beschleunigung
    (natürlich kann Kraft AUCH anders erzeugt werden oder existieren)

    • Wildweststeirer says:

      Hast ja recht.
      Mea culpa, mea maxima culpa.
      Dann stellt sich doch eigentlich die Frage, warum die Finanzakrobaten in einer Welt in der der Kapitalverkehr keinerlei Hindernisse mehr kennt, immer mehr bekommen sollen? Wiederstand null, ergibt Kraft null. Also null arbeit und demnach auch null Leistung.