Der Gewinn

Gestern Abend fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Als Techniker und Hobby-Biologe wie auch Chemiker, benutze ich viele Begriffe ganz selbstverständlich in einem klaren Kontext. So ist mit klar, dass einige Stoffe in biologischen Vorgängen oder chemischen Reaktionen produziert werden. Andere jedoch nur gewonnen werden können. Worin liegt der Unterschied und was hat das mit dem Thema Wirtschaft zu tun?

Dazu ein kleiner Ausflug in die Naturwissenschaften.
Die Naturwissenschaften unterscheiden ganz klar zwischen Dingen die produziert und Dingen die gewonnen werden. Produziert werden Dinge wenn wir sie aus verschiedenen Dingen zusammensetzen, oder Rohstoffe in eine bestimmte Form gebracht werden. Gewonnen wird etwas, wenn wir etwas Vorhandenes von Verunreinigung trennen oder es von einem Zustand in einen anderen Zustand überführt wird, wie zum Beispiel wenn wir Energie gewinnen.

Können Gewinne also produziert werden?
Lassen Sie meiner einer das bitte anhand der Energieindustrie erklären!
Es gibt eine große Industrie, die technische Mittel produziert, um Energie zu gewinnen. Die Energie ist eigentlich schon immer da, nur oft eben nicht in der Form, die wir nutzen können. Der Wind ist nun mal Energie. Und ein Unternehmen, dass ein Windrad produziert, eben ein Unternehmen der Energieindustrie, gibt nun dem Energieunternehmen das Werkzeug in die Hand, diese Windenergie zu nutzen und daraus Strom zu gewinnen.
Etwas, wovon wir alle etwas haben.

Die „Finanzindustrie“
Genau so verhält es sich mit der „Finanzindustrie“. Sie produziert Produkte, mit denen es gelingen soll, „Gewinne“ zu erhalten. Diese betreibt nun riesige Serverfarmen und Bankhäuser. Mit Managern welche auch noch gewaltige Lohnkosten verursachen. Und wegen dieser „scheinbaren Produktion von Geld“, steuerlich sogar noch praktisch freigestellt sind.

Um Geld zu gewinnen?
Geld ist da. Und es ist mir völlig egal, ob mein Geld von einem Bauern oder einem Tischler stammt. Da Geld ein universelles Tauschmittel darstellt. Die Finanzindustrie erzeugt also Produkte von denen niemand etwas hat.
Das wäre wie, wenn ich mit Atomstrom Wasser nach oben pumpe und aus diesem Wasser dann Ökostrom herstelle. Jeder der sich nur ein wenig mit Physik auskennt, weiß, das dies nur mit Verlusten möglich wäre. Welche dann nur über den höheren Preis für Ökostrom wirtschaftlich zu kompensieren wäre.

Demnach ergibt sich:

Die „Finanzindustrie“ produziert nichts was die Wirtschaft braucht.
Geld ist ein universelles Tauschmittel. Was wollen wir daran verbessern?

Alles was die „Finanzindustrie“ an Gewinnen erwirtschaftet, muss von wo anders genommen werden.
Gewinne macht man bei Dingen die schon da sind.

Jeglicher Segen der von der „Finanzindustrie“ wahrgenommen wird, beruht somit auf einen Etikettenschwindel.
Wollen wir uns diesen weiter gefallen lassen?

Der Grund für die „Vermögenskrise“ liegt nicht bei den Zinsen, darum nochmal den Link auf den Artikel: Der Zins und Zinseszins
Und genau so wenig an den zu hohen Schulden. Sondern an den zu hohen Vermögen einiger weniger, die um jeden Preis verhindern wollen, dass der Rest der Gesellschaft nachzieht. Weshalb meiner einer nochmal auf den Artikel: „Vermögenskrise“ hinweisen möchte.

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4 Responses to Der Gewinn

  1. Pingback: Der Gewinn | der Wildweststeirer « đeя Bαeяeиαυfвıиđeя oder Kultur-Soeldner

  2. Wildweststeirer says:

    Ach so ist das!
    Da läuft ein Blog in Spanien, der meine Beiträge verfolgt.
    Danke mal für das verlinken.

  3. Oskar Kniele says:

    ich weiss nicht ob ich es verlinkt habe oder nicht, weiss auch nicht was das bedeutet, aber wenns so ist gern geschehen.

  4. Wildweststeirer says:

    Nein Oskar,
    Der Bärenaufbinder (Jhuan)