Draghi, der Feind der Geschäftsbanken

Nach der gestrigen Senkung der Leitzinsen auf das historische Tief von 0,5%, sind sich die Ökonomen weitgehendst einig, dass diese Aktion kaum bei der Wirtschaft ankommen wird. Natürlich könnte man dem „Super Mario“ (EZB Direktor Mario Draghi) zugestehen, alles in seiner „begrenzten Macht“ zu unternehmen. Mehr als eine Senkung oder Steigerung der Leitzinsen und die Vergabe von Krediten, steht der EZB ja nicht zu. (Der Ankauf von Staatsanleihen, wird von vielen Ökonomen schon als eine Überschreitung der Kompetenzen der EZB betrachtet.) Auf diesen eingeschränkten Handlungsspielraum hat er selbst schon mehrfach hingewiesen. Die Rahmenbedingungen müsse die Politik schaffen.

"Super Mario" (Mario Draghi EZB Direktor)

„Super Mario“ (Mario Draghi EZB Direktor)

Wer bekommt Kredite zum Preis der Leitzinsen?
Neben der psychologischen Wirkung von niedrigen Leitzinsen, sind diese bei der Vergabe von Krediten der EZB an die „Banken“ von Bedeutung. Da wir derzeit immer noch die Mengentender als „Vergabe-Verfahren anwenden. Diese Offenmarktpolitik wurde sogar bis Juli 2014 weiter den „Banken“ zugesichert. Dagegen scheint kein Ökonom etwas zu haben? Zumindest ist mir keine Aussage dagegen in meiner Presserundschau aufgefallen. Bisher sind die Senkungen der Leitzinsen nicht in der Wirtschaft angekommen. Auch die Schaffung von immer mehr Giralgeld, wurde direkt in die Kassen der Anleger und Investmentbanken gespült. Warum sollte das Geld nun in der Wirtschaft ankommen?

Bestrafung der Banken
Als neues Mittel zieht nun „Super-Mario“ die Einführung von Negativzinsen für bei der EZB geparktes Geld in Betracht. Die Überlegung dabei ist, wenn die „Banken“ für geparktes Geld bestraft werden, seien sie genötigt mehr Geld in die Wirtschaft zu investieren. Da wir derzeit eine Inflation von 1,2% haben, sind die derzeitigen 0% bereits eine Bestrafung. Die Einführung von Negativzinsen sind also lediglich eine Erhöhung der Strafe. Sich davon eine Änderung der Vergabepraxis an die Realwirtschaft zu erwarten, ist schlichtweg illusorisch.

Realwirtschaft in der Mangel
Eine Bank die derzeit in Unternehmen investiert, ist schlichtweg fahrlässig. Welche Perspektive haben Unternehmen denn, wenn immer höhere Abgaben den Konsum belasten? Zudem fehlt, durch immer geringere Sozialausgaben, die Absicherung der Kunden dieser Unternehmen. Ein einmal in Schwierigkeiten gekommener Bürger ist somit dem Untergang ausgeliefert. Dieser fehlt dann als potenter Konsument der Wirtschaft dauerhaft. Warum soll also eine Bank in Unternehmen investieren, wenn gleichzeitig der Consumermarkt nicht abgesichert wird? Die Banken und Versicherungen werden so weiterhin in die Casinos der Hochfinanz gedrängt. Ungeachtet wie hoch oder niedrig die Leitzinsen oder die Zinsen für geparkte Geld sind.

Die Lüge des Herrn Draghi
Bis dahin könnte man meinen, unser „Super Mario“ ist eben ein gläubiger Anbeter der Hochfinanz. Doch nun kommt er mit einer geradezu fahrlässigen Aussage: „Die Regierungen dürften nicht vergessen, wie die Krise begonnen hat. Die hohe Staatsverschuldung ist neben den angeschlagenen Bankensektor ein Auslöser gewesen.“  Kein Wort davon, dass schädliche ABS, die von der „Deutschen Bank“ und der „Goldmann Sachs“ zu kriminellen  CDOs zusammengefasst wurden, die „Bankenkrise“ erst auslösten. Schon gar nicht, dass diese „Bankenrettungen“ die hoch verschuldeten Staaten über alle Maße belasteten. Ob nun am Anfang der „Bankenkrise“, wo unser „Super Mario“ als Chef der italienischen Zentralbank, den Untergang der „Monte dei Paschi di Siena“ (MPS) sehr gut verfolgen konnte und die Rettung dieser „Bank“ die Staatsverschuldung Italiens in die Höhe trieb. Oder dass die „Goldmann Sachs“ für welche er als Europachef tätig war, Griechenland mit einem verdeckten Geschäft in die EU brachte, … nein, er hat nun ein neues Programm in Aussicht gestellt.

Förderung von ABS
„Super Mario“ will die Wirtschaft durch Förderung der ABS ankurbeln. Die Geschäftsbanken sollen also zukünftig die „Forderungs-besicherten-Kredite“ (Hypothekendarlehen) zu einem Finanzprodukt zusammen fassen können und diese bei den Investmentbanken handeln. Die Geschäftsbanken sollen also das seriöse Geschäft einleiten und dann die Gewinne an die Investmentbanken weiterverkaufen. Für jeden seriösen Banker sind ABS nichts anderes als ein versteckter Hypothekenhandel. Mit diesem Vorhaben zeigt unser „Super Mario“ ganz klar, dass er die Investmentbanken fördern will. Es wird so noch mehr Kapital in diese abfließen. Egal wie billig die Zinsen bei der EZB sind. Von denen dann eben nur die Investmentbanken profitieren und die Staaten mit billigen Zinsen auf Staatsanleihen beruhigt werden.

Lediglich beim ORF konnte ich eine Pressemeldung finden, welche dieses Vorhaben kritisch betrachtet: Comeback für Asset-backed Securities? Sonst scheinen die gesamten „Experten“ wie auch die Medien dieser Frage gegenüber keine Meinung zu haben oder der Argumentation des „Super Mario“ zu folgen?

Ich hätte da eine neuen Werbeslogan für die „Banken“:
Die Geschäftsbanken schaffen die Basis.
Die Investmentbanken beuten sie aus.

Wer es nun nicht begreift, wie gefährlich dieser „Super Mario“ für Europa ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Warum lassen sich die vielen seriösen Banken in Europa das noch gefallen?

Fragt sich , Ihr Wildweststeirer

 

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