Steueroasen die „Steuersümpfe“ der Weltwirtschaft

Wir haben ein „Super Wahljahr“. In Österreich wie in Deutschland wird im Herbst der Nationalrat / Bundestag gewählt. Nachdem nun die „Offshore-Leaks“ so sehr in den Medien breit getreten werden, ist jetzt auch die Politik endlich gefordert darauf zu reagieren. Warum diese Politiker sich so verhalten, als ob das alles so neu sei, ist jedoch jedem einigermaßen, in Finanz und Wirtschaftsfragen informierten Bürger, völlig unverständlich. Kritischen Bürger machen seit Jahrzehnten auf diesen Umstand aufmerksam und nennen diese Steueroasen eher „Steuersümpfe“.

Ivan Glasenberg (CEO "Glencore Xstrata")

Ivan Glasenberg (CEO „Glencore Xstrata“)

Die kleine Geschichte der „Steuersümpfe“
Die meisten „Steuersümpfe“ entstammen einer Zeit, als der Transport über die Meere noch voller Gefahren und Bergpässe noch echte Hindernisse waren.  Die höheren Kosten für den Seetransport oder den Transport über Gebirgszüge wurde so auf einfache Weise Rechnung getragen. Die Regierungen konnten sich mit den Bürgern der Insel oder der Bergdörfer einerseits gut stellen. Zum anderen wurde so einigen Menschen der Aufbau von Handelsstationen schmackhaft gemacht. Was die Versorgung und Sicherung der Handelswege erleichterte, die ja im Aufbau sehr viel aufwendiger waren und so höhere Kosten anfielen.

Die Rohstoffbörsen
Neben den Briefkastenfirmen der „Finanzindustrie“ machen sich heute vor allem die Rohstoffbörsen diese „Steuersümpfe“ zu nutze. Diese Rohstoffhändler  siedelten sich genau wie beabsichtigt in diesen Steueroasen mit ihren Kontoren an. So konnten Waren umgeladen und effektiv wie auch sicher an die Endkunden weiter transportiert werden. Doch in Zeiten des Computerhandels, ist dies überhaupt nicht mehr gerechtfertigt. Denn, während die Tochterfirmen der großen Konzerne in den „Steuersümpfen“  den weltweiten Handel organisieren, werden die Waren direkt zum Endkunden transportiert. Der Aufwand der Umlagerung ist somit nicht mehr gegeben.

Wie das läuft?
Im Grunde recht einfach. Eine Tochterfirma, Zerschlagungen von Konzernen werden ja als so wichtig betrachtet, baut als „Investor“ den Rohstoff in einem Land ab und verkauft den Rohstoff weit unter Preis an einen andere Tochterfirma welche in einem „Steuersumpf“ agiert. Die Abbaufirma macht also in dem Land in dem der Rohstoff abgebaut wird kaum Gewinne und zahlt demnach auch kaum Steuern. Zudem kann sie jegliche Umweltauflagen ablehnen, weil sie ja sonst in Konkurs gehen würde.
Die Tochterfirma verkauft dann den Rohstoff an eine andere Tochterfirma zu den regulären Preisen in die Industrieländer. Zahlt also an die Regierung des „Steuersumpfes“ die geringe Steuer. Das Finanzamt des „Steuersumpfes“ ist hoch zufrieden. Denn es bringt Geld für null Aufwand.
Dafür werden die Gewinne in den Industrieländern wiederum klein gehalten. Diese haben jedoch den Aufwand mit den Straßen und der Infrastruktur. Welche ja auf keinen Fall von dem bezahlt werden dürfen der am meisten davon profitiert.

Beispiel „Glencore Xstrata“
Neben Ivan Glasenberg dem „Chief Executive Officer“ von „Glencore Xstrata“ ist Peter Brabeck von Nestlé ein Heiliger. „Glencore Xstrata“ dürfte mehr Tode auf dem Gewissen haben als alle Kriege seit dem zweiten Weltkrieg zusammen? Ein kurzer Beitrag (8 Min) der ARD zeigt wie „Glencore Xstrata“ agiert. Dennoch werden diesem Konzern keinerlei Schranken auferlegt. Diesem Konzern werde ich sicher noch einen extra Beitrag widmen. Hier wird von unseren Politikern mehr oder weniger Massenmord legalisiert.


Was hat die Regierung eines solchen „Steuersumpfes“ davon?
Tja, vereinfacht kann an es so sagen: „Keinerlei Aufwendungen für Häfen, keine Belastung von Straßen, keinerlei Umweltbelastungen und dennoch Steuereinnahmen.“ Das die Einnahmen den Staaten fehlen, welche diese Ressourcen zur Verfügung stellen müssen, ist für diese ja kein Problem. Im Grunde sind diese „Steuersümpfe“ einfach nur Schmarotzer, welche der Wirtschaft weitaus mehr Schaden zufügen, als alle Sozialhilfeempfänger dieser Welt zusammen.

Warum sich unsere Politiker so lange nicht wehrten?
Zuerst muss man hier nach der Verantwortung des IWF fragen. Der IWF gibt mit seinen „Washington Consensus“ mehr oder weniger genau das vor, was Steueroasen erst nutzbar macht . Man fragt sich fast, ob der IWF genau diese Konzerne und „Banken“ schützt? Gut, er ist ja auch fast unter vollständiger Leitung dieser.
Des weiteren bedient sich die „Finanzindustrie“, der selben Mittel. Einige Staaten haben sogar „Steuersümpfe“ mitten in ihrem Land eingerichtet. So hofft man mit niedrigen Steuern Kapital anzuziehen, welches eben Gewinne macht. Zypern hat jedoch gezeigt, das dies kein Garant für eine funktionierende Wirtschaft sein kann. Leider hängen sehr viele in diesen Sümpfen selbst fest.

Wollen wir wirklich diesen Personen nun vertrauen, dass sie das Problem angehen?
Jeder der eins und eins zusammen zählen kann weiss wie das Hase seit Jahrzehnten läuft. Dennoch geben sich unsere Politiker nun so echauffiert, dass Fälle wie Uli Hoeneß oder Herbert Stepic möglich sind. Dabei weiss jeder genau was da abgelaufen ist. Der Wandel im Bewusstsein der Gesellschaft passiert schon lange, nur die Politik schläft. Deshalb bin ich dem Wandel beigetreten. Vielleicht können wir ihn so auch in die Politik tragen?

Hofft, Ihr Wildweststeirer

Weitere Videos:
 „ZDF-Doku“ (30 Minuten) Wie Volkswagen agiert.
„ARTE-Doku“ (12 Minuten) „Mit offenen Karten“ Steueroasen

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3 Responses to Steueroasen die „Steuersümpfe“ der Weltwirtschaft

  1. Johannes Neef sagt:

    Solange die politische Meinung vorherrscht, das es sich in der Saugwirkung, der Konzerne, gut Leben lässt, werden sie weiterhin deren Lieder singen…..und es weiterhin Zulassen, das neue Oasen eröffnet werden….Hauptsache das Wachstum entsteht, auch wenn daran immer weniger Menschen teilhaben können……ein weiterer Schritt, in eine radikale Zukunft….an dessen Ende die Gewalt regiert….negativ Beispiele sind deutlichst im nahen Osten und in vorderasien zu sehen ist.

  2. Harald Ebert sagt:

    Das alles natürlich nur im Interesse der sozialen Gerechtigkeit, die zwar nie verbindlich definiert wurde, aber inflationär in allen Parteiprogrammen auftaucht. Man muss fast schon fürchten, der Staat drohe zu verarmen, obgleich er Jahr für Jahr neue Rekorde beim Steueraufkommen meldet. Wie sympathisch infantil klingt doch die Robin-Hood-Gesinnung der vermeintlichen Gutmenschen. Man muss nur die Reichen ausplündern, um die Armen zu beglücken.

    Wer zu den Reichen zählt, legen die Politiker nach Gutsherrenart fest.