Das „Trojanische Pferd“ von Monsanto

Fast ist man geneigt den 31. Mai zum „Europafeiertag“ auszurufen. Monsanto kündigt an, sich mit Anträgen zur Auspflanzung von „Gentechnisch veränderten Organismen“ (GVOs) aus Europa zurück zu ziehen. Doch sobald man sich mit dem Geschäftsfeld von Monsanto beschäftigt, wird einem schnell klar, dass Monsanto damit nur ein „Trojanisches Pferd“ in die Äcker der europäischen Landwirte stellt. Das Kerngeschäft von Monsanto sind „Plfanzenschutzmittel“ auf  Glyphosatbasis und genau mit diesen will Monsanto weiterhin  BAYER und Novartis Konkurrenz machen.

"Trojanisches Pferd" auf der "Mykonos-Vase“ (ca. 650 BC)

„Trojanisches Pferd“ auf der „Mykonos-Vase“ (ca. 650 BC)

Breitbandherbizide als „Pflanzenschutzmittel“
Das große Geschäft für Monsanto sind gar nicht die „Transgenen Saaten“, sondern sogenannte Breitbandherbizide, welche jegliche lebenden Pflanzen absterben lassen. Solche Chemikalien als „Pflanzenschutzmittel“ zu bezeichnen, ist ja schon geradezu pervers. Der Einstig von Monsanto in die Gentechnik, ist nur ein sehr gefährlicher Versuch diese „Pflanzenvernichtungsmittel“ in noch größeren Mengen abzusetzen.

Wieviel davon soll denn noch angewandt werden?
Derzeit werden diese Breitbandherbizide auch in der konventionellen Landwirtschaft mannigfaltig eingesetzt. Die verbrauchten Mengen stehen mit ihrer Gefährlichkeit in keinem Verhältnis zum Nutzen für den Endverbraucher. So werden sie sogar in der Endreifung von Getreide eingesetzt. Rückstände in ihrer Nahrung sind an der Tagesordnung. Urintests ergeben bei mehr als der Hälfte der europäischen Bevölkerung „positive“ Ergebnisse. Zahlreiche Klagen, wegen Täuschung und unlauterer Werbung, wurden bereits von Monsanto in Europa verloren. Dennoch wird von den europäischen Umweltämtern den Glyphosaten fast Unbedenklichkeit nachgesagt.

Gefahren durch Glyphosate
Auch wenn es scheinbar erst in großen Dosen auf den Menschen gesundheitsschädlich wirkt (schlüssige Studien sind hier nicht öffentlich zu finden), steht die Gefahr für die Mikroorganismen im Boden außer Zweifel. So verlieren nachgewiesener Weise viele Pflanzen ihre Abwehrfähigkeit gegenüber Wurzelpilzbefall. Viele indische Bauern sind durch die Anwendung von Glyphosate in den Bankrott getrieben worden. Nicht die „Transgenen Pflanzen“, sondern ihre Abhängigkeit von Glyphosat wurde so zur Falle. Noch tragischer kann die schädliche Wirkung gegenüber den Knöllchenbakterien der Leguminosen (z.B. Klee und Hülsenfrüchte) betrachtet werden. Pflanzen die neben der Eiweißgewinnung durch Ackerbau, auch noch ein entscheidendes Glied im „Land-Stickstoffkreislauf“ auf diesen Planeten sind. Wer damit spielt, ist grob fahrlässig. Jede unabhängige Studie gibt zu, ungenügende Ergebnisse erzielt zu haben und das weitere Verfahren gefunden werden müssen, um Abbauraten und Gefahren des auswaschens in das  Grundwasser zu beurteilen. Was die Studienbetreiber der Lobbys dazu veranlasst, unseren Universitäten Unfähigkeit zu unterstellen. Widerum sind die Studienbetreiber der Lobbys nicht bereit ihre Verfahren zu veröffentlichen. Warum nur?

Die erfolgreiche Lobbyarbeit von Monsanto
Nun, Monsanto ist es in Zusammenarbeit mit den europäischen Breitbandherbizidherstellern gelungen, diese als fast unbedenklich einstufen zu lassen. Eventuell sind wir eines Tages gezwungen, auf Pflanzen zurück zu greifen, welche gegen Glyposat resistent sind? Die „Substanzielle Äquivalenz“, welche auch „Transgene GVOs“ mit konventionellen Pflanzen gleichsetzt, wurde auch in Europa anerkannt. Auch das Österreichische Umweltbundesamt sieht zur „Substanziellen Äquivalenz“ keine Alternative:
„Trotz aller Kritik und Umsetzungsprobleme solle jedoch an dem Konzept tendenziell festgehalten werden, nicht zuletzt aus Mangel an gangbaren Alternativen.“
Wobei einem das kaum verwundert, denn die Studien und Risikoabschätzungen werden mit den Lobbys der Herstellerfirmen erarbeitet. Sie können sich auch gerne daran beteiligen, doch bezahlt werden Sie dafür nicht. Wie soll das „Umweltbundesamt“ denn da bitte unabhängig bleiben?

Wachsam bleiben
So ist es, trotz des Rückzugs von Bayer mit der Amflora Kartoffel wie auch des Rückzugs von Monsanto, unbedingt erforderlich, weiter aufmerksam zu bleiben. Die Gleichstellung von Transgenen- wie auch von Terminator-GVOs ist ein „Damoklesschwert“, welches einem neuen Vorstoß von Monsanto, Ausplanzungsbewilligungen zu bekommen, jederzeit ermöglicht. Nebenbei müssen wir die Glyphosate als das anerkennen was sie sind. Gefährliche Pflanzenvernichtungsmittel, welche auf untauglichen Simulationen, beruhenden Studien, ihre Zulassung erhalten haben.

Deshalb müssen wir diesem „Trojanischen Pferd“ den Weg aus Europa zeigen.

Ihr Wildweststeirer

Relevante Links:
Nochmals möchte ich auf die Seite Transparenz Gentechnik hinweisen. Die Informationen rund um die Gentechnik sind allgemein verständlich und sehr neutral verfasst.
Die Seite des Umweltbundesamtes: Risikoabschätzung von gentechnisch veränderten Produkten welche mehr oder weniger eine Resignation vor den Lobbys von Monsanto ist.

Arte-Dokumentation: „Monsanto, mit Gift und Genen“ mit einer Einführung von Gabi Fiege im „me-magazine“.

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3 Responses to Das „Trojanische Pferd“ von Monsanto

  1. Das Positive: Es läuft nicht gut für Monsanto. In Europa wollen sie die Versuche aufgeben gentechnisch verändertes Saatgut anzubieten. Grund: zu geringe Nachfrage der Landwirte und die Ablehnung der Bevölkerung. „Wir“ sind anscheinend doch nicht so blöd, wie „man“ es angenommen hat…

  2. DieSchülerin sagt:

    Ungarn hat schon vor Monaten begonnen gegen Monsanto und deren Genanbauprodukte vorzugehen und hat den Anbau von gentechnisch
    veränderten Feldfrüchten aller Art verboten und in den letzten Jahren öfter Tausende von Hektar Felder abbrennen lassen, auf denen unerlaubt Genpflanzen angebaut worden waren. Siehe z.B.: http://www.we-are-change.de/2012/09/09/ungarn-wirft-monsanto-und-den-iwf-raus

    GVO sind in 27 Ländern verboten, in mindestens 50 Ländern besteht eine Kennzeichnungspflicht.

    Betreff medial verbreiteten „Sieg über Monsanto“ a la http://www.format.at/articles/1322/935/359380/monsanto-keine-gen-pflanzen-eu
    „Die US-Erklärung weist zwei interessante wichtige Abweichungen auf. Zunächst gibt es keinen Hinweis auf eine Änderung der Unternehmenspolitik hinsichtlich der Verbreitung von Gen-Saatgut in der EU. Die Erklärung besagt, man werde weiterhin Gen-Saatgut nach Spanien und Portugal, beide Mitgliedsstaaten der EU, verkaufen. Außerdem zitiert sie Hugh Grant – nicht zu verwechseln mit dem Hollywood-Schauspieler –, der die Erwartung äußert, die EU werde die GVO am Ende doch zulassen. Zudem wird der derzeitige Status von Gen-Mais in der EU beschrieben. Sonst nichts.“
    „(…)Bei dem Gesetz, das mittlerweile den Spitznamen »Monsanto Protection Act« (Gesetz zum Schutz von Monsanto) erhalten hat, war vielen Kongressabgeordneten gar nicht bewusst, dass es Teil eines Ausgabegesetzes war, über das sie abstimmten. Das Monsanto-Gesetz, das trotz hunderttausendfachen Protests von Präsident Obama unterzeichnet wurde, verschafft Monsanto und anderen GVO-Lieferanten rechtliche Immunität, und zwar auch dann, wenn zukünftige Untersuchungen ergeben, dass Gen-Saatgut schwere gesundheitliche Probleme, sogar Krebs, hervorruft. Die amerikanischen Bundesgerichte haben damit keine Handhabe mehr, Verbreitung, Verwendung oder Verkauf zu stoppen. Die einzigen anderen Konzerne in den USA, denen solch eine ungeheuerliche rechtliche Immunität gewährt wird, sind die Impfstoffhersteller.“
    – zitiert aus:
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/f-william-engdahl/monsantos-gensaat-taeuschungsmanoever-in-europa.html

  3. Wildweststeirer sagt:

    Vielen Dank für die Reaktionen.
    Der in den USA verabschiedete „Monsanto Protection Act“ ist sicher eines der größten Internationalen Probleme die auf uns zukommen. Ich wollte mich in diesem Beitrag nur den Studien zu dem Thema widmen. Was da politisch abgeht ist einfach nur mehr verwerflich. Dennoch verzeihen Sie mir Bitte, wenn ich mich zukünftig wieder mehr meinem Kernthema zuwende. Bin jedoch gerne zu einer Zusammenarbeit bereit.
    Ich stelle die Seite auch gerne für sachliche Gastbeiträge zur Verfügung.