Verfahren der Gentechnik

Wir Europäer stehen der Gentechnik sehr kritisch gegenüber. Was ich persönlich auch sehr begrüße. Dennoch wird vielfach argumentiert, dass wir ja schon „Gentechnisch veränderte Organissmen“ (GVOs) nutzen. Um Ihnen nun den Ausflug nach Wikipedia zu ersparen, möchte ich hier die vier häufigsten Verfahren vorstellen, welche auf unseren Tellern und in unserer Umwelt landen könnten, um Ihnen so eine Grundlage zu liefern, weitere Beiträge besser zu verstehen.

Vorstellung von Bt-Mais in Kenia

Vorstellung von Bt-Mais in Kenia

Klonen ist ein Verfahren, idente Organismen herzustellen. Ethisch sicher bedenklich, beim Menschen komplett abzulehnen, stellt Klonen jedoch kaum eine Gefahr für den Konsumenten dar. Zudem werden Pflanzen schon sehr lange geklont. Jegliche Vermehrung unter Umgehung eines Generationswechsel stellt ein Klonen dar. (z.B. Traditioneller Kartoffelanbau) Einige Organismen nutzen diese Form der Vermehrung sogar völlig natürlich. Organismen, bei denen die Reproduktionsfähigkeit mittels „Terminator Technik“ abgeschalten wurde, können nur mehr mittels Klonen vermehrt werden.

„Smart breeding“  Präzisionszucht oder auch „Genomische Selektion“ genannt, ist ein Verfahren, welches mittels Gentechnik versucht die normale Zucht zu beschleunigen. Die relevanten Gensequenzen werden bestimmt und nach dem Keimen auf erreichen des Zuchtziels überprüft. Da nicht mehr die Reife des Zuchtmaterials zur Bewertung abgewartet werden muss, können neue Sorten schneller entwickelt werden. Bei sorgsamen Umgang ist hier kaum eine Gefahr für den Konsumenten gegeben, welche nicht auch durch normale Zucht möglich wäre.

Die „Terminator Gentechnik“
ist ein Verfahren, welches Teile der genetischen Eigenschaften durch Zerstörung oder Unwirksammachung der jeweiligen Genabschnitte abschaltet. Die Palette reicht hier von stoppen gewisser Stoffwechselvorgänge bis hin zur Vermeidung von Nachbau und Weiterzucht. Ethisch wie wirtschaftlich durchaus bedenklich, sind aber die Gefahren für den Konsumenten relativ gering. Vielfach sind die so gewonnenen Pflanzen berechtigter Weise als Nahrungsmittel nicht zugelassen, da sie speziell für die Industrie entwickelt wurden. Als Beispiel kann die Amflora Kartoffel von BASF genannt werden. Sowas hat auf meinem Teller nichts verloren. Im Zusammenhang mit der Vermeidung des Nachbaus ergeben sich sicher neue Probleme. So konnte festgestellt werden, dass die Beeinflussung der Vermehrungsfähigkeit von normalen Zuchtmaterial in der Umwelt nicht ausgeschlossen werden kann. Ob die Gefahr größer ist als bei normalen „Hybrid-Samen“ kann mir keine der gefundenen Studien schlüssig beantworten.

„Transgene Technik“
ermöglichen Organismen welche die natürlichen Grenzen der Zucht überwinden können. So können Eigenschaften von völlig fremden Organismen auf den Zielorganismus übertragen werden. So können zum Beispiel Eigenschaften von Tieren auf Pflanzen übertragen werden. Praktisch alle „Breitband-Herbizid resistenten Pflanzen“ (Pflanzen die gegen „Planzenschutzmittel“ resistent sind) wurden von Monsanto mit dieser Technik verwirklicht. Die Liste der damit möglichen Gefahren würde den Beitrag bei weitem sprengen.  Zudem sind die „Pflanzenschutzmittel“ gegen welche die Pflanzen resistent gemacht werden sollen völlig ungeeignet um großtechnisch eingesetzt zu werden.

Die zur Verfügung stehenden Studien
Nur so viel dazu:
Es ist erschreckend, wie stümperhaft die Studien gemacht wurden, welche die Unbedenklichkeit der Pflanzen selbst, wie auch der damit zusammenhängenden „Pflanzenschutzmittel“ bescheinigen.
Dagegen sind so manche Dissertationen unserer gefallenen Politiker wesentlich besser und gewissenhafter ausgeführt worden.
In der Praxis erweisen sich die gemachten Versprechungen von Monsanto, was z.B. die Ertragssteigerung betrifft, als leere Behauptungen. Vielfach zeigen sich jedoch geradezu erschreckende Nebenwirkungen, die auch von den Kritikern nicht erwartet wurden. Fakt ist:
Die „Transgene Technik“ ist nicht beherrschbar. Die Risiken sind auch für die Kritiker kaum vorhersehbar.

Gentechnik ist nicht gleich Gentechnik
Die vielfach von den  Lobbys der Agrarkonzerne verwendete Argumentation: „Es sind ja schon gentechnisch entwickelte Nahrungsmittel im Umlauf. „ ist grob Fahrlässig. Die „Transgene Technik“ mit der restlichen Gentechnik gleich zu setzen ist so, als ob man Wasserkraftwerke mit Atomkraftwerke vergleicht, nur weil beide zur Energiegewinnung dienen. In Europa wird die „Transgene Technik“ derzeit, berechtigterweise, sehr misstrauisch gesehen. Im Freiland wie auf meinem Teller haben solche Organismen absolut nichts zu suchen.

Die Grenzwerte
Was einem besonders aufstößt, ist die Tatsache, dass in Europa Nahrungsmittel bis zu 0,9% mit „Transgenen“ oder nicht zum Verzehr zugelassenen Lebens- und Futtermittel aus der „Terminator Technik“ belastet sein dürfen. Die Grenzwerte für diese „Organismen“ in Lebens- und Futtermittel muss herab gesetzt werden. Wer damit arbeitet, muss Erntemaschinen und Produktionsstraßen eben ordentlich säubern. Das wird doch wohl für unsere Industrie kein wirkliches Problem sein?

Denkt, Ihr Wildweststeirer

Relevante Links:
Sehr interessant ist die Seite Transparenz Gentechnik. Diese Seite lehnt die „Transgene Technik“ ebenso ab. Auch wenn der Spendenaufruf einen anderen Anschein macht. Die Informationen rund um die Gentechnik sind allgemein verständlich und sehr neutral verfasst. Nebenbei wird über aktuelle Entwicklungen laufend informiert.

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