§1.) Der IWF hat immer recht

Nun räumt also der IWF tatsächlich Fehler ein. „Dem Programm im Jahre 2010 seien allzu optimistische Annahmen zur Entwicklung des Landes zugrunde gelegt worden.“ heißt es in diesem „Eingeständnis“. Wie auch ein Bedauern darüber ausgedrückt wird, bei den Vorhersagen zum griechischen Schuldenberg und der Realität den sehr großen Unterschied nicht erkannt zu haben. Hallo IWF!  Die griechische Wirtschaft liegt am Boden. Die „Banken“ und „Eliten“ hinter dem IWF sind derweil viel reicher geworden. Solche „Irrtümer“ passieren eben, wenn man sich auf dem Parkett, der „ach so komplizierten“ Hochfinanz bewegt.

IWF Hauptquartier in Washington, D.C.

IWF Hauptquartier in Washington, D.C.

Die EU stellt sich entschlossen gegen dieses „Eingeständnis“.
Und warum? Müsste die EU nicht froh sein, wenn der IWF Fehler eingesteht? Nein, denn die Interessen der Anleger werden wiederum absolut in den Vordergrund gestellt. In dem „Geständnis“ des IWF wird bereiz auf die Notwendigkeit eines weiteren Schuldenschnittes hingewiesen. Zitat: „Sollte sich zeigen, dass die Besorgnis bezüglich der Tragfähigkeit der Schulden, trotz des nun erreichten Schuldenerlasses und der starken Programmumsetzung durch die griechischen Behörden auf der Anlegerstimmung lastet, müsste ein Ansatz mit einem vorzeitigen Schuldenerlass erwogen werden.“ Übersetzt in die Sprache des einfachen Bürgers heißt das: Schulden, die im Namen der Steuerzahler gemacht wurden, müssen zu Gunsten der privaten Anleger erlassen werden. Auch wenn Griechenland die Vorschläge des IWF versuchte möglichst genau umzusetzen.

Die alternativlose „Rettung“
Erinnern wir uns doch kurz einmal daran, warum wir in Griechenland mit Steuergeldern einspringen mussten! Warum es nicht in Frage kam, statt Griechenland pleite gehen zu lassen und die Wirtschaft mit einer großzügigen Hilfszahlung wieder anzustupsen.
Es wurde damit argumentiert, dass die Krise so auf ganz Europa überschwappen würde, da auch viele öffentliche Gelder in Griechenland liegen, welche so gerettet werden sollten. Gut, denn die Zahlungsströme nach Griechenland lassen sich recht einfach verfolgen. Diese gingen zu über 80% an die Anleger. Die Anleihen wurden schlagartig wieder etwas wert, was auch ein deutscher Wirtschaftsjournalist sachkundig voraussagte. Hedgefonds verdienten sich an Griechenland dumm und dämlich, während Griechenland selbst ins Bodenlose fiel. Alles Ergebnisse, welche sich unter der Annahme einer „Vermögenskrise“ und den Hintergründen in der Struktur des IWF klar voraussagen lassen.

Im Klartext
Den IWF in die Rettung von Eurostaaten mit einzubeziehen, ist als ob man ein in Schwierigkeiten geratenes Unternehmen, mit Beratern des Konkurrenzunternehmens zu retten versucht. Würden Sie sich wundern, wenn dann die Berater dem Unternehmen raten, die gesunden Teile der Firma zu verkaufen und dass die Preise für den Verkauf durch die Berater möglichst durch negative Werbung gedrückt werden? Auch würde es Sie sicher nicht wundern, dass diese Berater alle falschen Entscheidungen in der Vergangenheit des Unternehmens weiter forcieren würden. Genau das ist eben in Griechenland eingetreten. Nur unsere „Eliten“ wollen und können/dürfen dies nicht verstehen.

Was macht nun Europa?
In Zypern war es dann schon so selbstverständlich, dass der IWF sich an solchen „Rettungen“ beteiligt, dass keine Sekunde überlegt wurde, ob der IWF hier wieder mit einbezogen wird. Wir akzeptieren sogar, dass der IWF 33% Mitspracherecht in der Troika hat. Obwohl der IWF sich nicht mal mit 5% an den Krediten zu dieser „Rettung“ beteiligt, widerum aber vorrangigen Status bei den Rückzahlungen hat. Denn §2 lautet: Sollte der IWF einmal nicht recht haben, tritt sofort §1 in Kraft.

Sicher können wir den IWF nicht so einfach von Heute auf Morgen abschaffen oder ihm gänzlich seine Macht entziehen, doch ohne den „Washington Consensus“ in Frage zu stellen, werden wir die Krise nicht bewältigen. So hoffe ich auf Verständnis der Bürger, wenn nun die erste Partei beginnt, sich den Drohungen des IWF entschieden entgegen zu stellen.

Ihr Wildweststeirer

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