“The Winner takes it all“

Was ist mit uns geschehen, dass wir diesen Fundamentalismus mittlerweile auch in unseren Alltag mit einbezogen haben? Sicher, im Sport mag dieses Dogma, eines Gewinners der alles erhält, durchaus noch vertretbar sein. Doch sogar da fragt sich ein Hobbysportler, ob denn dem Gewinner nicht irgendwann die Gegner ausgehen. Wenn der Sieg nur mehr mit einem großen finanziellen Aufwand zu erreichen ist, den nur mehr der Gewinner des letzten Bewerbes aufbringen kann, so wird der Sieg immer mehr zu einem Bewerb der Reichsten und nicht einem Bewerb der Besten. Doch selbst im Spitzensport werden Regeln als ein unumgängliches Mittel verstanden, um Schäden an Menschen wie an der Umwelt auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

Produktivität und Lohnentwicklung

Produktivität und Lohnentwicklung

 Die Mehrklassengesellschaft
Im Sport haben wir dazu verschiedene Ligen oder Klassen, welche Bewerbe ausrichten, die den unterschiedlichsten finanziellen wie körperlichen Fähigkeiten entgegenkommen. So dass jeder, der sich dafür interessiert oder ein Talent dafür zeigt, in diesem Sport auch an einem Bewerb teilnehmen kann. Man erwartet, dass sich so Talente finden, welche dann in die höhere Klasse aufsteigen können und es so bis an die Spitze schaffen können. Und so soll nach den Vorstellungen der liberalen Politik dann wohl auch unsere Wirtschaft funktionieren? Gut, ein Hobbysportler der seine Grenze erreicht bevor er zum Profisportler wird, kann seinen Lebensunterhalt aus einem Einkommen in der Wirtschaft bestreiten und den Wettkampfsport in seiner Klasse weiter betreiben.

Der zerfallende Sozialstaat
Doch wie soll ein arbeitender Mensch sein Einkommen sichern, wenn er in der Wirtschaft sein Auslangen auch mit viel Einsatz nicht mehr findet? Es bleibt dann nur mehr eine kriminelle Karriere, oder eine Flucht in die Sozialleistungen unserer Gesellschaft.
Genau die gleiche liberale Politik fordert jedoch, dass bei diesen Sozialleistungen mehr eingespart werden muss, um den Menschen eine Flucht in diese immer schwerer und unattraktiver, besser noch unmöglich zu machen. Während wir also ein Wirtschaftssystem aufbauen, in dem es völlig legitim, geradezu Gott gewollt sein soll, dass die Fähigsten unter den Reichen alles für sich beanspruchen, soll der Rest der Wirtschaft sehen wo er bleibt. Wenn wir das Bruttosozialprodukt auf jeden Bürger aufteilen, können wir klar erkennen, das dieses immer weiter angestiegen ist. Wir wurden demnach immer effizienter. Leider lohnt sich diese Steigerung weder für die Arbeitnehmer, noch für den Staat als solches, wenn wir die Bruttolöhne wie Nettolöhne in der Grafik vergleichen.

“The Rest lose it all“
Wohin geht denn nun dieses mehr an Ertrag? “The Winner takes it all“ (Der Gewinner bekommt alles) führt eben zwangsläufig dazu, dass der Rest dabei nichts abbekommt. Das in einem Wettbewerb, auf einen Gewinner viele Verlierer kommen stört offensichtlich nicht weiter? Es kann ja jeder ein Gewinner sein. Wollen wir denn wirklich weiter einer Wirtschaft dienen, die einen Großteil der Menschen gerade noch so am Leben hält, um den wenigen Gewinnern alles zu geben? Unterdrückung wurde in der Geschichte immer wieder von unseren Vorfahren erfolgreich bekämpft. Das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit beruhte auf einer gewaltigen Leistung unserer Eltern und Großeltern, die es für uns leichter machen wollten. Doch anstatt leichter, wird es nun für einen Großteil der Gesellschaft immer schwerer, das Auslangen zu finden. Alles mit dem Argument: „dass es jeder bis an die Spitze schaffen kann.

Müssen die Gewinne für diese „Eliten“ wirklich immer höher werden um den Rest mehr anzuspornen?
Oder führt dies nicht zu einer Wirtschaft die Konkurrenz weitestgehend ausschaltet? Was ist denn los mit unseren „Eliten“? Sollte die nicht etwas mehr Selbstbewusstsein haben und Konkurrenz nicht fürchten wie der Teufel das Weihwasser?

Fragt sich, Ihr Wildweststeirer

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