„Alpine Pleite“ als Ergebnis eines erfolgreichen Lobbyismus?

Nur mal angenommen, meiner einer hätte Recht und es geht bei dieser ganzen Krise in der Welt nur darum, möglichst viel Geld aus öffentlichen Haushalten abzuziehen? Wie würde man das anstellen? Ich würde einem Unternehmen einen Manager unterjubeln, der für die Konkurrenz arbeitet. Danach müsste man ja nur mehr das Unternehmen schlecht dastehen lassen und so die Zinsen für Kredite in die Höhe treiben. Das Unternehmen würde nach den Regeln des „Marktes“ Schwierigkeiten haben, laufende Projekte weiter zu finanzieren. Wenn es uns dann noch gelingt, eine Bank im öffentlichen Eigentum dazu zu bewegen, diesem Unternehmen bei der „Konkursverschleppung“ mit Krediten zu unterstützen, hätte man das perfekte Wirtschaftsverbrechen gegenüber dem Steuerzahler begangen. Sie werden nun sagen: „Das gibt es nicht.“ Na dann sehen wir uns die Alpine und die HAA („Hypo Alpen Adria“) mal genauer an!

lobbyismus

Der Anfang vom Ende
Johannes Dotter, ein ehemaliges Vorstandsmitglied der PORR (Konkurenzunternehmen der Alpine), hatte ein kurzes Gastspiel als Chef der Alpine. Gleich zu Beginn holte er die KPMG in das Unternehmen, um eine umfassende Wirtschaftsprüfung zu veranlassen. Welche den „Verdacht“ des Herrn Dotter bestätigte und einen Fehlbetrag von rund 350 Millionen Euro veröffentlichte. Ob es denn wirklich eine gute Entscheidung war, einen ehemaligen Chef eines Konkurrenzunternehmens in die eigene Firma zu holen? Auf jeden Fall hat Herr Dotter sein Büro recht rasch in einen Hochsicherheitstrakt umbauen lassen. Vor was hatte Herr Dotter denn so Angst? Schließlich trennten sich Herr Dotter und die Alpine „einvernehmlich“. Der Ruf der Alpine am „Markt“ war also dahin. Wobei die Auftragslage davon kaum betroffen war.

Wer ist denn diese KPMG?
Die KPMG ist ein weltweit agierendes, hoch angesehenes Wirtschaftsprüfungsunternehmen.  Derart angesehen, dass diese auch in anerkannten Gremien sitzen, welche die ethischen Grundlagen der Wirtschaft hinterfragen sollen. Nebenbei werden von der KPMG noch zahlreiche Lobbyorganisationen unterstützt, welche die „Finanzindustrie“ weiter stärken sollen. Wem wundert es da noch, dass hochgiftige Papiere als wertvoll eingestuft werden und Kredite an die Realwirtschaft geradezu als hochriskant verteufelt werden? Dass die „Deutsche Bank“ zu den Kunden der KPMG gehört, versteht sich da schon fast von selbst. Einige Verfahren wurden, weil die KPMG einfach einem Vergleich zustimmte, bereits wieder eingestellt. Im „BAWAG-Skandal“ wurde der zuständige Wirtschaftsprüfer der KPMG schuldig gesprochen. Urteil noch nicht rechtskräftig. Wir sehen also, dass wir es hier mit einem „grundsoliden“ Unternehmen zu tun haben.

Gottwald Kranebitter
Daher war es auch für unsere Politik selbstverständlich, bei der Rettung der „Hypo Alpen Adria“, mit Gottwald Kranebitter einen Spitzenmann der KPMG als Vorstand einzusetzen. Gut, dass ein Großteil der Gelder, welche die Hypo in dubiose Geschäfte investierte, nicht mehr zu retten sind, ist fast jedem klar. Doch warum Herr Kranebitter der Alpine, auch noch nach der Wirtschaftsprüfung durch die KPMG, einen Kredit von fast 60 Millionen Euro gab, ist nur mehr damit zu erklären, dass es eben um die Umbuchung vom Bürger zu den Größen der „Finanzindustrie“ geht. Mal sehen, wie viel von den Haftungen für die HAA sowie für die Alpine, die wir als Steuerzahler nun zu bezahlen haben, der „Deutschen Bank“ zukommen?
Klar ist, dass einige Gelder wiederum die Spekulationen schützen, welche unsere Politiker in den letzten Jahrzehnten in unserem Namen tätigten. Denn genau mit diesen Geldern sind diese von der „Finanzindustrie“ erpressbar geworden. Meinen Sie wirklich, dass diese uns da wieder heil raus bekommen?

Die Konsequenz:
Es zeigt sich klar, dass auch die Privatwirtschaft ab einer gewissen Größe eines Unternehmens einfach nicht mehr beherrschbar ist und die selben Fehler macht, wie ein gewaltiges verstaatlichtes Unternehmen. Die Auftragslage der Alpine ist hervorragend. Es gibt genug gute Leute bei der Alpine die ihr Handwerk verstehen. Es dürfte demnach gar nicht so schwierig sein, die einzelnen Geschäftsbereiche an gut laufende Unternehmen zu übertragen. Keinesfalls sollte ein Großunternehmen davon irgendwelche Geschäftsbereiche übernehmen dürfen. Denn wie sagte schon E. F. Schumacher. (englischer Ökonom)?: „Small Is Beautiful“ 

In diesem Sinne, Ihr Wildweststeirer

Lesen Sie dazu auch Gabi Fiege Artikel im „me-magazine“, der sich mit Freshfields Bruckhaus Deringer LLP beschäftigt. Die KPMG wie Freshfeilds sind Mitglieder der „True Sale International“ wie auch der  „Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen“.

 

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One Response to „Alpine Pleite“ als Ergebnis eines erfolgreichen Lobbyismus?

  1. Rita Vuia sagt:

    Richtig gut ausgeführt und auf den Punkt gebracht! Gilt weltweit!