Um was es bei den Wahlen im Herbst wirklich geht?

Ist es nicht schön, wenn unsere Politiker uns vor den Wahlen dies oder jenes versprechen? Da wird über Entlastung der Haushalte und über eine bessere Bildung diskutiert und uns Aufschwung samt Wohlstand für die nächste Legislaturperiode versprochen. Steuererleichterungen für bestimmte Teile der Gesellschaft sollen auf die gesamte Volkswirtschaft wirken und so die Krise beenden. Doch das größte Damoklesschwert wird mehr oder weniger nicht erwähnt. Die „Bankenrettung“ ist einfach kein Thema. Obwohl hier gewaltige Beträge gezahlt und noch viel größere Haftungen übernommen wurden.

„Hypo Alpen Adria“ Gebäude

Warum scheint die „Hypo Alpen Adria“ nicht im Wahlkampf auf?
Auch wenn wir diesen Skandal in Österreich gänzlich aufdecken und jeden Schuldigen finden und belangen, sind  die faulen Kredite vielfach einfach nicht mehr eintreibbar. Zu viele verschiedene Personen aus verschiedenen Parteien habe sich an den Geschäften der „Hypo Alpen Adria“ am Rande der Legalität bereichert. Zudem sind die „Investitionen“ vielfach in Osteuropa getätigt worden und deren „Eliten“ daran mit beteiligt. Die beteiligten österreichischen und deutschen „Eliten“ wiederum, haben vielfach ihre „erwirtschafteten Erträge“ anderweitig investiert oder in das steuerlich begünstigte Ausland transferiert. So wird die Aufklärung nur Kosten verursachen und kaum die Gelder wieder einbringen die von unseren „Eliten“ verschleudert oder anderen „Eliten“ zugeschanzt wurden.

Was ist eigentlich geschehen?
Als in Kärnten (Bundesland in Österreich) die FPÖ (Liberale Partei Österreichs) an die Macht kam, wurden von der „Hypo Alpen Adria“ großzügig Kredite an österreichische „Eliten“ gewährt, die als Investitionen nach Osteuropa und den neuen Staaten des zerfallenden Jugoslawien gingen. Im Osteuropa war man etwas spät dran, so dass die besten Investitionen schon von anderen Banken getätigt waren. Es musste also mehr Risiko eingegangen werden und vor allem auch mit recht zweifelhaften Geschäftspartnern, verhandelt werden, die mehr oder weniger als Kriminelle im eigenen Land galten und so keine Kredite bekamen. Um dieses -zu spät- nicht nochmal zu erleben, wurde in Kroatien sowie in Serbien recht früh eingestiegen. Gerade Kroatien schien ein guter Boden zu sein, weil auch in Kroatien zu diesem Zeitpunkt eine rechte Partei an der Macht war. So war man sozusagen unter seinesgleichen und war sich gewiss, dass man eine gute Zusammenarbeit aufbauen kann.

Moral ist nicht selbstverständlich.
Leider waren diese „Eliten“ jedoch hauptsächlich daran interessiert, möglichst schnell Gewinne zu machen. Viele dieser Kreditnehmer stiegen recht rasch wieder aus und ließen sich auszahlen und der Kredit wurde von einem Geschäftspartner im Zielland übernommen. Vielfach waren die Besitzrechte bei den Vorhaben nicht geklärt oder es wurden voreilige Baugenehmigungen widerrufen. Also wurde nach einer schnellen Lösung gesucht. Ein Konglomerat von österreichischen und bayrischen „Eliten“ wurde nun aktiv und man hat die „Hypo Alpen Adria“ an die „Bayrische LB“ verkauft. Die Gewinne die diese dabei machten sind bereits Gegenstand von vielen Gerichtsverfahren. Statt nun die Geschäfte mal in Ruhe wieder in Ordnung zu bringen, haben auch die Bayern die Bilanzsumme mit weiteren Risikokrediten innerhalb von 2 Jahren verdoppelt. Um sie dann, mehr oder weniger absichtlich oder mit grenzenloser Dummheit, als gesamtes in die Insolvenz zu schicken.

So hatten alle Dreck am Stecken
Diese ganzen „Eliten“ und die Verbrecher mit denen sie Geschäfte machten, hatten keinerlei Interesse daran, dass die Geschichte irgendwie aufgeklärt wird. Praktisch waren Personen aus allen Parteien darin verwickelt. So wundert es auch nicht, dass Österreich die Bank unter der Führung des damaligen Finanzministers hastig zurückkaufte. Wer sollte denn gegen dieses Vorhaben stimmen?

Statt sich nun gegen TAFTA oder die Verstärkung des Einflusses der Finanzindustrie auf die Politik zu stemmen, wird die Politik nach der nächsten Wahl hauptsächlich damit beschäftigt sein, ihre Klientel davor zu bewahren zur Rechenschaft gezogen zu werden. So entscheiden wir bei der nächsten Wahl über nichts anderes als:
Welche Parteien werden den meisten Einfluß haben ihre Drecksgeschäfte von damals zu vertuschen.
Was sehr viel Arbeit benötigen wird. Im übrigen sind auch viele der neuen Parteien davon betroffen, weil die damals beteiligten „Eliten“ bereits ihre Leute in diese Parteien eingeschleust haben. So wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als bei der nächsten Wahl die Kommunisten zu wählen, um ein Zeichen zu setzen, dass ich mit diesem Machenschaften nicht einverstanden bin.

Oder haben Sie eine Idee?
Fragt Ihr Wildweststeirer

PS: Falls bei einer oder einem meiner ausländischen Leserinnen oder Leser ein Gefühl von „Ha ha, die Ösis“ aufkommt? Ihr sitzt alle auf ähnlichen Pulverfässern, nur mit anderen Namen.

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