Cicero und Goethe

Der ehemalige Wissenschaftsminister und nunmehr Abgeordnete zum Nationalrat, Mag. Dr. Karlheinz Töchterle hat sich freundlicherweise die Zeit genommen und mir und damit auch Ihnen lieber Leser auf das Schreiben zu antworten, welches im Beitrag „Elitensozialismus” weiter auf dem Vormarsch“ zu finden ist.

O. Univ.-Prof. Mag. Dr. Karlheinz Töchterle

O. Univ.-Prof. Mag. Dr. Karlheinz Töchterle

Sehr geehrter Herr Schreiner,

vielen Dank für Ihren kritischen und gedankenreichen Brief! Es wäre viel dazu zu sagen, allein mir fehlt gegenwärtig die Zeit, weil ich eine große Zahl an Post zu erledigen habe.
Nur eines: Ja, Cicero hat schöne Worte zum Gemeinwesen gefunden, in der realen Politik war auch er ein unermüdlicher Kämpfer für seine eigenen Interessen und für die der Wohlhabenden.
Dass man Ihrer Idee nicht nähertritt, ärgert mich. Der FWF ist da allerdings nicht die ideale Adresse. Besser wäre es, sich an ein einschlägiges Fachinstitut zu wenden, gerade die Steiermark hätte einige davon.

Mit freundlichen Grüßen, Karlheinz Töchterle

 

Sehr geehrter Herr Dr. Töchterle!

Vielen Dank für die rasche Antwort, auch wenn es mir und sicher auch meinen Lesern lieber gewesen wäre, wenn Sie sich Zeit gelassen hätten und dafür auf einige der Punkte meiner Kritik eingegangen wären. Eventuell holen Sie dies ja später einmal nach?

Das mit meinem Projekt hat ruhig etwas Zeit. Denn derzeit wäre die Idee wohl oder übel binnen kurzer Zeit unter Kontrolle von einigen Konzernen und weder die Menschen in diesem Land noch auf diesen Planeten hätten etwas davon? Mit TTIP soll ja auch das europäische Patentrecht mit dem US-Amerikanischen abgeglichen werden. Alleine wenn ich mich an die Geschichte mit dem amerikanischen Patent auf Zentralprojektion erinnere wird mir da einfach nur mehr schlecht. Amerikanische Firmen können etwas patentieren, was uns die alten Griechen völlig patentfrei hinterlassen haben? Das Projekt kann also derzeit warten. Zudem bin ich mit der Arbeit an der Webseite, die diese Theorie beschreibt, wegen Zeitmangel noch nicht fertig.

Cicero und Goethe haben viel gemeinsam
Es freut mich besonders dass Sie trotz der wenigen Zeit die Sie derzeit verständlicher Weise haben, den Faden der Doppelzüngigkeit Ciceros aufgenommen haben. Denn genau so wie Goethe, den Sie doch so beflissentlich zitierten, war eben Cicero, wie Sie richtig bemerkten, öffentlich sehr kritisch und in seinem realen politischen Schaffen jedoch genauso auf der Seite der Unterdrücker tätig. So muss ich nun doch genauer nachhaken.

Die Untätigkeit der Fähigen und Anständigen
schafft erst den Raum für die Unfähigen und Unanständigen.
Wenn nun, wie in Ihrem Fall, die Fähigkeit wie auch die Befähigung zusammentreffen (lat. ad competere) spricht man von Kompetenz. Als Linguistiker dürften Sie sich der Bedeutung des Wortes Kompetenz doch hoffentlich im Klaren sein? Ansonsten würde ich Ihnen gerne den Beitrag: Der Inkompetenzstadel unsere “Eliten”? ans Herz legen. Wollen Sie also in die Fußstapfen von Goethe oder Cicero treten? Oder besinnen sie sich auf das was ich von einem Tiroler gewohnt bin?
Hond aufs Herz und grod aus gsogt wosd Soch isch.
(Hand auf das Herz und geradeaus gesagt was Sache ist.)

Mit freundlichen Grüßen, Johannes (der Wildweststeirer) Schreiner

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