Es geht wieder aufwärts!

Haben Sie es auch schon gehört? Ja, es soll tatsächlich wieder aufwärts gehen in Europa. Griechenland und Portugal haben es geschafft sich wieder selbstständig am Markt zu finanzieren. Weiter legt Griechenland erstmals seit Ausbruch der Krise einen Haushalt hin, der kein „Primär-Defizit“ aufweist. Dass die Schulden, trotz des Schuldenschnitts, immer noch gleich hoch sind stört plötzlich nicht? Auch nicht, dass das BIP (Bruttosozialprodukt) um 40 % geschrumpft ist? Diese gewaltigen Arbeitslosenzahlen, massive Einsparungen beim Bildungs- und Gesundheitssystem waren also notwendige Opfer um Griechenland wieder zurück an den Markt zu bringen? Sorry, dies müsste doch für Anleger ein klares Alarmsignal sein? Oder sind Anleger allesamt Narren?

Mit freundlicher Genehmigung von Daniel Jokesch

Mit freundlicher Genehmigung von Daniel Jokesch

Griechenland ist bankrotter denn je
Aus den vormals rund 158% Staatsschulden des BIP beim Ausbruch der Krise, sind so also nun rund 200% Staatsschulden des BIP entstanden. Gut, wir wissen mittlerweile ja, dass diese magische Grenze von 100% Staatsschulden vom BIP aus falschen Daten ermittelt wurden. Also doch nur alles vage Zahlen, die den Erfolg unserer „Eliten“ in der Bewältigung der Krise bestätigen? Gute Frage, denn wenn man sich die am Markt bereits vorher gehandelten Anleihen ansieht, sieht es nicht so aus als ob hier großes Vertrauen besteht. So stellen wir die Frage einmal anders.

War Griechenland jemals in der Krise?
Nehme ich die Berechnungsmodelle die heute als Beweis für den Erfolg herangezogen werden und wende diese auf den Ausbruch der Krise an, muss ich bezweifeln, dass Griechenland jemals in der Krise war. Beim Ausbruch der Kriese hatte Griechenland einem Schuldenstand der 158% des BIPs betrug. Die Zinslast war damals um weniger als 0,5% höher als heute und Griechenland konnte mit dem heute dargelegten Berechnungssystem auch einen Primär- Überschuss erzielen. Dennoch, Griechenland war beim Ausbruch der Krise nicht mehr fähig neben den laufenden Zahlungen die Zinslast zu tragen und demnach auch ganz klar pleite.

Wo soll überliquider Markt investieren?
In einer Welt, in der die Vermögenden über weit mehr Kapital verfügen als der Rest gewillt ist an Schulden zu machen, wird es schwierig, Kapital zu investieren um es vor Inflation zu schützen. Wie Sie aus vorherigen Beiträgen wissen, ist es den „Experten“der „Finanzindustrie“ gelungen, die Vermögenden in ihre Casino zu locken um weiter Gewinne in Aussicht zu stellen. Dieses Kartenhaus musste zusammenbrechen und die „Subprimekrise“ war eine logische Konsequenz. Auch wenn es diesen „Experten“ gelungen ist einen Großteil der Bürger zu überzeugen, dass die Kreditnehmer das Problem waren und nicht die „Finanzindustrie“ die mit diesen Krediten spekulierte. Dennoch haben die meisten Anleger begriffen, dass eine seriöse Investition nur mit Aktien und Anleihen möglich ist. Nachdem bei den Aktien jedoch jeden klar ist, dass dieser Markt bereits weit überbewertet ist und Einbrüche unmittelbar zu erwarten sind, bleiben eben nur mehr Anleihen. Da sich keine Trendwende in der Politik abzeichnet, ist es demnach für Anleger nur logisch Kapital in den Markt von Staatsanleihen zu bunkern. Steht doch die EZB und die gesamte „Elite“ hinter diesen und zeigt großen Willen diesen stabil zu halten.

Ist die Troika also doch auf dem richtigen Weg?
Immerhin hat ja Jemand die Anleihen gezeichnet.
Wir wissen nicht, wer denn diese 2 Milliarden gezeichnet hat. Einige Zeitungen schreiben von institutionellen Anlegern. (Was dann Versicherungen und Fonds und andere größere Investoren wären.) Es wären also großteils Profis, die durchaus Zahlen lesen können, welche sich auf dieses Risiko einlassen? Da Informationen wer diese gezeichnet hat erst bekannt werden, wenn ein Ausfall droht, werden wir es nicht so bald erfahren.
So hilft es uns vielleicht, die Kursbewegungen dieser so erfolgreich gestarteten Anleihe zu verfolgen? Der Kurs der Anleihe ist bereits mit Handelsstart am Sekundärmarkt gefallen und hat die 100% noch nie überschritten. Das heist, bis jetzt ist damit für Anleger nichts zu verdienen gewesen.

Versuchen etwa die Zeichner die Anleihe diese langfristig mit möglichst wenig Verlust loszuwerden? Wer verfügt über ausreichend Kapital um schnell mal 3 Milliarden auf den Markt zu werfen? Wer hat ein Interesse den europäischen Finanzmarkt in ein gutes Licht zu setzen? Wer könnte ein Interesse daran haben, dass sich die Machtverteilung in Europa bei der Wahl in diesem Monat nicht großartig ändert?
Nun, 3 Milliarden sind für den ESM ein Klacks. Er verfügt über ausreichend Kapital um diese Anleihen langsam an den Markt weiter zu reichen. Die 30 – 50 Millionen Verlust die dabei anfallen, werden dabei aus der Portokasse bezahlt.

Ein“ X“ für ein „U“ vormachen
Dem ESM kann insofern nicht mal ein Vorwurf gemacht werden. Es ist seine Aufgabe den europäischen Finanzmarkt zu stabilisieren. Dass diese Schritte jedoch genau jetzt vor der Wahl gemacht werden, ist eine Manipulation der Wähler. Es wurde bisher in der Krise kein einziger Schritt gesetzt um gegen die Ursache der Krise vorzugehen. Das Problem der Überliquidität kann man nicht dadurch lösen, dieses durch politischen Druck immer weiter zu vergrößern um einen ominösen Markt zu beruhigen. Die Huraschreie der europäischen „Eliten“ sind demnach nur eine Beruhigungspille. Genau so gut könnten unsere „Eliten“ den Schuhproduzenten vorschreiben, die Absätze bei den Schuhen vorne anzubringen, damit wir alle das Gefühl haben, dass es wieder aufwärts geht.

Bleiben Sie also weiter aufmerksam,

Ihr Wildweststeirer

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