Der Zins und Zinseszins

Sie kennen das Beispiel? Wie hoch sind die Schulden heute, wenn man am Ende der 2. Weltkrieges sich einen günstigen Kredit mit 5% genommen hat? Es handelt sich sage und schreibe um den 26 fachen Betrag. Und wenn wir die „Trickle-down-Theorie“ vergessen, müssen wir davon ausgehen, dass sich die Vermögen so immer an einen Punkt sammeln. Dieses Problem beschreiben alle Kritiker unseres Geld- und Zins-Systems. Dabei haben sie jedoch eines vergessen.

Die marktwirtschaftlichen Regeln der Zinsen
Die Zinsen sind in einer Marktwirtschaft genau so den Gesetzen von „*Angebot und Nachfrage“* unterworfen, wie alle anderen Güter. Wenn also die Vermögenden über etwas mehr Kapital verfügen, als sie selbst benötigen und viele Investitionen in eine Wirtschaft nötig sind, steigt der Preis für Kredite. Der Kreditnehmer muss also durch mehr Einsatz versuchen, die Zinsen mit zu tragen. Der Kreditgeber wird also reicher. Schöpft so einen Teil der Leistung des Kreditnehmers mit ab.
So weit, so gut. Kreditnehmer sind also bei einem Zinseszins-System immer die Verlierer. Die Vermögenden werden damit grenzenlos reich?

Die Grenze des Zinssystems
Was geschieht denn, wenn nun die Vermögenden über mehr Vermögen verfügen, als die Wirtschaft an Investitionen benötigt? Der Zinssatz wird fallen. Wir haben jetzt ja ein hohes Angebot an Vermögen, die vor der Inflation geschützt werden müssen. Und ein Vermögen, dass einer Inflation unterliegt ist ein sehr verderbliches Gut. Der Vermögende ist also gezwungen, sein Vermögen vor Inflation zu schützen.

Das Verhältnis von Schulden zu Vermögen
Derzeit überschreiten in Europa die Kapital-Vermögen der „Eliten“, die Schulden des Staates und der Wirtschaft um ungefähr das 8-fache. Wie kommt es dann, dass Kredite nicht zum Preis der Inflation gewährt werden?
In einer realen Marktwirtschaft, müssten die „Eliten“ darum betteln, dass bei ihnen noch wer Kredit nimmt.

Die Casinos der Hochfinanz
Die „Eliten“ weichen aus Mangel an realen Investitionsmöglichkeiten in die Casinos der Hochfinanz aus. Das wäre immer noch kein Problem, denn die Vermögenden nehmen sich in diesen ja nur das Geld gegenseitig weg. Schade natürlich, wenn es denn in der Wirtschaft wirklich Gewinne machen könnte. Natürlich nicht in der Höhe, wie man in einem Casino gewinnen, aber eben auch verlieren kann.
Was jedoch nicht sein darf
Die Politik erklärt uns nun, dass es alternativlos sei, Schulden bei den Banken aufzunehmen, um die Verluste dieser Banken zu tragen.
Was mehr oder weniger nichts anderes ist, als das Volk zu verschulden um die Gewinne in den Casinos zu vermehren. Die „Eliten“ sich immer noch wehren, ihre Vermögen besteuern zu lassen. Für diese „Eliten“ also Steueroasen erschaffen werden.


Liebe Eliten!

Ihr habt nachweislich, gut an dem Fleiß der Nachkriegsgeneration verdient. Das eure Vermögen nun den Bedarf an Investitionen überschreiten, war für jeden ehrlichen mathematisch begabten Menschen vorhersehbar. Das dieser Punkt so schnell erreicht wurde, liegt an der Gier eurer Vorfahren, welche nach marktwirtschaftlichen Regeln versuchten das Maximum rauszuholen. Es ist nun an der Zeit, zu begreifen, dass die Regeln der Marktwirtschaft jetzt zu einem Nachziehen der restlichen Gesellschaft führen. Und falls Sie eine politische Funktion inne haben?

VORSICHT!
Das künstliche Ungleichgewicht, welches ihre Vorgänger hinterlassen haben, ist derart eklatant, das jede Aktion mit Behutsamkeit durchzuführen ist. Also gehen Sie bitte mit Bedacht an das Problem heran!

Liebe Grüße, ihr Wildweststeirer

 

Lieber Leser meiner Posts!

Sie sehen, dass die Zinsen nicht das Problem sind. Diese grenzen sich ohne Fehler in der Politik ganz von selbst ein. Die Inflation erfüllt die selbe Funktion, wie ein Fließgeld oder Schwundgeld. Das System kann also bleiben. Es gehören nur Menschen mit gesunden Verstand an die Ruder und keine Marionetten von wenigen Konzernen und Banken.

Das System Kapitalismus ist sehr gut. Doch derzeit sitzen Schwachköpfe am Ruder, die einfachste mathematische Regeln nicht begreifen.

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2 Responses to Der Zins und Zinseszins

  1. Bernardos sagt:

    Ich bin der Auffassung, das das Zinssystem als wesemtlicher Bestandteil des momentanen „Kapitalismus“ dennoch tödlich ist, weil es – all die unteren Ebenen, wo das geschieht miteinbezogen – nur durch „Big-Brother-Überwachung“ zu kontrollieren wäre. Das Zinssystem bedient eine menschliche „Unart“ – nämlich der Gier, die ähnliche Wirkmechanismen wie eine Sucht (stofflicher und nichtstofflicher Art) aufweist.
    Es ist eine Illusion, das alle Teilnehmer in der Lage sein werden, dieser Gefahr zu trotzen. Ich weise darauf hin, das – der Bibel nach – die Gier schon immer als eine der Todsünden galt und es lange Phasen in diesem gesellschaftlichen Umfeld gab, wo Zinsen schlicht verboten wurden. Erst mit Aufkommen der Fugger und Konsorten wurde es wieder eingeführt, mit immer denselben Katastrophen nach 2-3 Generationen.
    Stattdessen sollte das Zinssystem zu festen Gebühren ersetzt werden, die man entwickeln kann, zB von einer Wirtschafts/Handelsethik-Kommission.
    Der „Kapitalismus“ ohne Zinsen wäre dann der Anfang zu einer Realwirtschafts- und Handelswelt mit den Vorzügen aus diesem Kapitalismus, aber ohne deren Auswüchse, zu denen übrigens auch „Wetten“ auf die Zukunft gehören (Warenterminbörse, Derivate etc.).

  2. Wildweststeirer sagt:

    Genau darum geht es in diesem Blog.
    Wir müssen den Unterschied zwischen realer Investition und einer reinen Spekulation unterscheiden lernen. Grundsätzlich ist das gar nicht so schwer. Dennoch gelingt es der Finanzmafia, Spekulationen mit Investitionen gleich zu setzen. Was einfach nur verwerflich ist.