Die Inflation und ihr Warenkorb sind nicht fair

Kennen Sie diese Aussagen? „Es wird ja alles teurer.“ Oder: „Die Warenkörbe, nach denen die Inflation berechnet werden, haben nichts mit der Realität zu tun.“  Auch: „Inflation ist Raub am Volk“ hört man des öfteren. Ja, es wird alles teurer und dem ist gut so. Ja, die Warenkörbe haben nur für einem sehr kleinen Teil der Gesellschaft etwas mit der Realität zu tun. Und wenn Sie zu denen gehören, freuen Sie sich daran, so lange dem noch so ist! Inflation ist Raub am Volk? Wenn Sie wirklich zu denen gehören, auf die das zutrifft, tut mir das leid für Sie. Entweder Sie gehören zu den ganz armen, welche wirklich kaum mehr, oder gerade mal so, noch über die Runden kommen. Oder Sie gehören zu den „Eliten“. Dann sind Sie jedoch unter Umständen selbst daran schuld? Weil ihnen immer noch nicht klar ist, dass die Politik am Ende, eben auch Sie im Interesse von ganz wenigen aus den „Gesellschaften des legalisierten, organisierten Verbrechens“ betrügt.

Inflation in % im Jahre 2010

Inflation in % im Jahre 2010

Inflation ist nicht regelbar
Als erstes sollten wir uns überlegen wie es zur Inflation kommt. Sie unterliegt wie alles in der Wirtschaft einen Markt. Wird also von Angebot und Nachfrage bestimmt. Dazu bemühen wir jetzt mal ein vereinfachtes Beispiel. Wenn Sie als Bäcker Brot backen werden Sie durch die Inflation irgendwann „gezwungen“ sein, für ihr Brot einen höheren Preis zu verlangen um die Kosten ihrer Produktion zu decken. Wenn Sie Glück haben, akzeptieren die Kunden den höheren Preis und ihr Absatz bleibt der selbe. Wenn Sie es übertreiben, wird es sich für den Bäcker aus dem Nachbardorf eventuell lohnen, dass er sein Brot zu den Händlern in ihrem Dorf liefert? Sollten Sie sich mit dem Bäcker im Nachbardorf einigen, und die Preise gleichzeitig erhöhen? So werden die Kunden eben mehr Kartoffeln zu Gerichten essen, zu denen sie bisher Brot aßen. So weit so gut. Das regelt sich also von selbst.
Da stellt sich doch die Frage, wie sich eine Notenbank anmaßen will, das zu steuern?

Inflation ist nicht unendlich
Vereinfacht ausgedrückt, will die Notenbank mit der Schöpfung von neuem Kapital dafür sorgen, das dieses in der Wirtschaft nicht ausgeht. So, ist immer für alle genug Kapital da ist. Wenn sie dabei übertreibt, wird wegen dem Überangebot an Kapital, die Inflation sehr beschleunigt und so, das mehr an Kapital wieder zu nichte gemacht. Notenbanken können also eine Volkswirtschaft nicht einfach durch beliebiges schaffen von Kapital wieder gesunden lassen. Grundsätzlich strebt die „Europäische Zentralbank“ (EZB) eine Inflation zwischen einem und zwei Prozent an. Dagegen ist Volkswirtschaftlich nichts einzuwenden.

Der Warenkorb
Der Warenkorb ist eine Listen von Produkten, die den Bedarf des „Idealen Konsumenten“ nachstellen soll. Man versucht so die Inflation zu bewerten. Was für diesen „Idealen Konsumenten“ dann auch ganz gut stimmt. Die EZB sieht sich in ihrer Arbeit bestätigt, weil dieser Warenkorb sauber innerhalb ihres Zieles inflationiert. Etwas eigenartig ist jedoch, das auch eine Urlaubsreise in diesen Warenkorb und eine Anschaffung eines Autos berücksichtigt wird. Das in Zeiten, in denen wir doch alle sparen sollen? Gut, es wäre natürlich anzustreben, das möglichst viele Bürger dieser wirtschaftlichen Situation, dieses „Idealen Konsumenten“ entsprechen würden. Wenn dem so wäre, könnte meiner einer sofort aufhören zu schreiben. Denn dann würde die Wirtschaft perfekt laufen.
Was die EZB und ihre „Eliten“ jedoch vergessen oder verschweigen?

Inflation trift nicht alles gleich
Nun nehmen wir an, dass Sie einen Handel mit Heizmaterial betreiben. Natürlich werden sich Ihre Preise an die Jahreszeit anpassen. Dennoch sind Sie in der Lage, wenn sie alle Brennstoffe anbieten, den Preisanstieg zu forcieren. Denn den Kunden bleibt ja kaum etwas anderes übrig als zu heizen. Wenn sie sich nun auch mit den nächsten Händlern in ihrer Umgebung etwas absprechen, werden Sie die Preise sehr hoch halten können. Überlegen Sie mal, ob Ihnen das bei den Spritpreisen nicht schon mal aufgefallen ist? Zudem kommt hinzu, dass die Kunden, auch wenn über sehr wenig Kapital verfügen, kaum ausweichen können. Sie also einfach in den sauren Apfel beißen müssen und so bei anderen Gütern etwas sparsamer sein werden. Welche dann ungeachtet ihrer Kosten eben nicht so teuer werden dürfen. Das sollte dann dazu führen, dass Luxusartikel bei Kapitalmangel nicht so schnell inflationieren können. Die Flugreisen und Kleinwagen im Warenkorb, werden ja auch immer billiger. Wie kommt es aber dann dazu, dass sich die Edel- Luxusartikel in den Jahren der Krise stärker verteuerten als die Artikel des täglichen Bedarfs?

Inflation trifft nicht alle gleich
Als regelmäßiger Leser der Beiträge des Wildweststeirers, wissen Sie dass wir eine „Vermögenskrise“ haben. Also, die Vermögenden über zu viel Kapital verfügen. Diese leiden nun, wegen dieses zu vieles an Kapital, unter einer extremen Inflation. Kunstgegenstände, Edel- Immobilien  und Edelkarossen haben im Preis ganz gewaltig angezogen. Diese Gegenstände sind begrenzt und jeder Vermögende verfügt über das nötige Kapital sich solche Gegenstände anzuschaffen. Die steigenden Preise, machen solche Gegenstände wie Oldtimer oder Meisterwerke auch als Wertanlage interessant.  Unsere „Eliten“ sind also von einer viel höheren Inflation betroffen als der Rest der Gesellschaft. So das diese, sich verständlicherweise auch betrogen fühlen, dass wenn sie Kapital investieren, dieses unter ihrer Inflationsrate verzinst werden sollte. Komischerweise verlangen sie das jedoch von uns.

Wie können wir diesen Konflikt lösen?
Meiner einer schlägt nun vor, dass wir mindestens drei Warenkörbe zur Bewertung der Inflation heran ziehen.

  • Der „Ziel-Warenkorb“, der neben der Inflation für den „Idealen Konsumenten“ auch das Ziel repräsentiert, auf welchem Niveau wir den Konsum für einen Großteil der Gesellschaft anstreben.
  • Der „Harz IV-Warenkorb“, der wiederspiegelt wie die Kaufkraft, des an der Armutsgrenze lebenden Bürgers sich verhällt. Nebenbei dient er als Grundlage für die Sozialhilfen. Wir Österreicher finden dafür sicher auch einen passenden Namen.
  • Und einen „Edel-Warenkorb“, der darüber Aufschluss gibt, wie die über dem „Idealen Konsumenten“ lebenden Teile der Gesellschaft die Inflation wahr nehmen.

Wir versuchen weiterhin die Inflation für den „Ziel-Warenkorb“ zwischen einem und zwei Prozent zu halten. Nebenbei zeigen uns die beiden anderen Warenkörbe, wenn was aus dem Ruder läuft. Denn die Körbe sollten möglichst eine gleichmäßige Inflationsrate haben. Dann läuft der Rest nämlich auch richtig.

Resumee
Sie sehen, dass es doch recht komplex wird, wenn man sich mit der Wirtschaft beschäftigt. Einzelne isolierte Zahlen sagen oft sehr wenig, meist sogar gar nichts darüber aus, ob denn unsere „Eliten“ wirklich alles unter Kontrolle haben. Seid den Jahren der Krise werden laufend dumme und falsche Entscheidungen getroffen. Berichte welche das versagen der „Eliten“ dokumentieren werden sogar offensichtlich geschönt, besser noch gefälscht. Geradezu lachhaft wird es dann, wenn sich „Wirtschaftssexperten“ es nicht erklären können, wie die EZB so viel Kapital schaffen konnte, ohne das die Inflation explorierte. Wie es sein kann, das trotz des vielen geschaffenen Kapitals, die Wirtschaft nicht in die Gänge kommt?

Hallo, Ihr „Experten“!
Schon mal aufgefallen, das die Vermögen der „Eliten“, trotz Wirtschaftskrise genau um diese Beträge angewachsen sind? Ihr die Vermögenskrise immer weiter verstärkt? Seid Ihr so blind, so dumm oder so verschlagen?

Fragt Ihr, Wildweststeirer

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