Keine bezahlten Schergen für die „Elite“

Die nicht österreichischen Leser mögen meiner einer verzeihen, dass er sich heute einer österreichischen Frage zuwendet. Wir „Ösis“ dürfen am Sonntag darüber entscheiden, ob wir weiter uns selbst verteidigen dürfen, oder die „Elite“ sich mit Steuergeldern eine Armee finanzieren lässt. Auch wenn die Frage der Privatisierung noch nicht gestellt wird, geht die Diskussion wieder mal hauptsächlich in die Richtung Ökonomie. Wie die Diskussion über eine Institution, welche dazu geschaffen wird, Sachgüter anderer zu vernichten, überhaupt zweckmäßig ist, sei einmal dahingestellt!

Hannes Androsch (österreichischer Spitzenpolitiker von 1967 bis 1981), sagte dazu in einer Diskussion mit Veit Sorger (Präsident der Industrieellenvereinigung 2004 bis 2012): „Und eine Wehrpflicht zu haben, damit man das Betten machen lernt, dafür gibt’s zu Hause die Mutter, dazu ist das Heer zu teuer.“ 

Hannes Androsch

Hannes Androsch

Sehr geehrter Herr Androsch!

Ich habe doch 8 Monate als Grundwehrdiener und 2 Jahre als Zeitsoldat in der österreichischen Armee gedient. Diese militärische „Karriere“ ermöglichte es meiner einer, verschiedene Einheiten kennen zu lernen. Und ja, bei einigen Einheiten konnte man nicht von einer guten Ausbildung sprechen. Scheinbar haben Sie in einer solchen gedient? Die meisten Einheiten leisten jedoch hervorragende Arbeit. Diese, als Ausbildung zur Reinigungskraft zu diffamieren, ist für diese Ausbildner eine Frechheit.

Effizienz
Die Erfahrung aus der Geschichte zeigt, dass es immer wieder vermeidlich unterlegenen Kampftruppen gelungen ist, Kriege für sich zu entscheiden. Die Moral der Truppen ist das entschiedenste eines jeden Krieges. Und genau diese Moral ist bei Truppen, die einen guten Grund haben wieder nach Hause zu kommen, ungleich höher als bei Truppen die von einem zu nächsten Kampfeinsatz gekarrt werden. Alleine wegen unserer geringen Größe, befinden wir uns in jeder militärischen Auseinandersetzung in einem asymmetrischen Krieg.

Asymmetrische Kriegsführung
Die grundsätzliche Sinnhaftigkeit von Krieg lassen wir bitte mal außen vor. Fakt ist: Wer was hat, muss es auch schützen. Carl von Clausewitz (deutscher Milliärtheoretiker † 1831), hat dazu sehr viele gute und auch in der heutigen Zeit gültige Konzepte entwickelt. Der Krieg zwischen zwei ungleichen Parteien kann demnach von der stärkeren Partei nicht gewonnen werden, wenn das Volk der kleineren Partei, hinter seinen Kampftruppen steht. Was Länder wie die USA dazu bewegt, diese Kampftruppen öfter mal als Terroristen zu diffamieren. Wenn wir uns zukünftig als Österreicher wehren, stehen wir dann vor dem gleichen Problem? Sind wir dann auch Terroristen, nachdem unsere Berufsarmee kurzerhand überrollt wurde?

Zu teuer?
Da passt ihre restliche Karriere als Generaldirektor der Creditanstalt (auch den Namen dieser „Bank“ sollten sich die Mitleser merken!), wie als Konsulent der Weltbank ja hervorragend als Beispiel. Derzeit lässt ja auch ihre Klientel verlautbaren, dass die Verfolgung von Steuerbetrug zu teuer sei. Wie kann das nur kommen? Es gibt Werte in unserer Gesellschaft, bei denen der sich ein, „zu teuer“, nicht stellt. Die Freiheit und Unverletzlichkeit der eigenen Souveränität, zählen wir Österreicher hoffentlich am Sonntag dazu? Wir fragen ja auch nicht nach den Kosten, bei der Verfolgung von Mördern. Kennen Sie den Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Gauner, Herr Androsch? Seit Ihrer Ernennung, zum Generaldirektor der Creditanstalt, sagen wir Österreicher: „Der kleine Gauner kommt in die Strafanstalt. Der große Gauner in die Creditanstalt“. Wir Bürger haben das Vertrauen in Euch „Eliten“ verloren. Ihren Generaldirektorposten mussten Sie, aufgrund der rechtskräftigen Verurteilung wegen Steuerbetrug dann ja auch zurücklegen.

Die Souveränität ist uns sehr viel wert
 Wir bezahlen keine Schergen für die „Gesellschaften des legalisierten, organisierten Verbrechens“. Die Verteidigung unseres Landes können wir, das Volk, immer noch am besten. Wir sind effizienter und lassen uns im Verteidigungsfall nicht zu Terroristen abstempeln. Darum werden wir am Sonntag ganz klar: „Ja, zum Milizheer“ sagen.

Ihr Wildweststeirer

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