CDS, „Strukturierte Finanzprodukte“ und CDO

Diese Produkte der Finanzindustrie sind richtig hartnäckige Brocken wenn man ihr Prinzip durchschauen will. Für den Kunden, der solche Papiere erwerben will, wird es fast unmöglich, das echte Risiko der Investition zu überblicken. Bei solchen Produkten ist man also auf Gedeih und Verderb dem Handelspartner, der die Produkte auflegt, ausgeliefert.

CDS
Kreditausfall- Derivat (englisch= credit-default-swap)
Grundsätzlich ist dies eine Kreditausfallversicherung, welche auch zwischen Personen abgeschlossen werden können, die nicht mit dem zugrunde liegenden Basiswert (Kredit) geschäftlich verbunden sein müssen. Neben der Prämie, welche recht einfach in Prozent der Versicherungssumme zu zahlen ist, wird auch noch ein Startpreis vereinbart, welcher sogar vom Versicherungsgeber bezahlt werden kann. Das ist reine Verhandlungssache.

Komplizierter wird es, wenn es um den Eintritt des Kredit-Ereignisses geht. Neben dem Barausgleich der Verluste, der ja recht einfach abgegolten werden kann, kann auch eine „Physical-Delivery“ vereinbart werden. Der Versicherer ersetzt die Ausfallkosten und erhält im Gegenzug eine vordefinierte Anzahl der Aktien der Firma oder die Hypotheken.
Versuchen Sie sich vorzustellen was passiert, wenn mehrere unabhängig voneinander existierende CDS auf ein Unternehmen existieren! Die Sicherungsnehmer müssen die Aktien ja nicht besitzen. Geht das Unternehmen in Konkurs, müssen die Sicherungsnehmer sich die Aktien beschaffen. Theoretisch könne es sogar sein, dass mehr als 100% der Aktien in Summe der Verträge fällig werden. Die freie Marktwirtschaft würde demnach die Aktie in ungeahnte Höhen bringen, obwohl das Unternehmen pleite ist.

„Strukturierte Finanzprodukte“
Jeder Trade am Markt kostet etwas. Es fallen also neben dem Kaufpreis auch Gebühren an.
Damit diese Gebühren nicht explodieren, ist es üblich, dass die „Finanzindustrie“ dazu fertige Produkte zusammenstellt. Der Anleger braucht also nur auf die Seriosität und Umsicht des Finanzdienstleisters zu vertrauen und beschafft sich von diesem Anteile, die als Zertifikate, Partizipationsscheine, Discountzertifikate usw. gehandelt werden. Die Grundlage ist immer wieder eine Zweckgesellschaft, welche sich die Risiken mit einem CDS absichert.
Schon jetzt sollte es Ihnen verständlich sein, wie komplex solche Konstrukte werden können. Selbst Ihre Bank kann nicht mehr wirklich alle Hintergründe eines solchen Finanzproduktes erfassen. Die Bank muss also dem Rating oder den Verkäufer ein gewaltiges Vertrauen entgegenbringen. Nebenbei sind gewaltige bürokratische Aufwendungen notwendig, welche nun zusätzlich zum wirtschaftlichen Hintergrund erwirtschaftet werden müssen.

CDO
Gestaffeltes risikobeteiligtes Wertpapier (englisch= collateralized-debt-obligation)
Sie meinen oben genannte Produkte sind kompliziert? Mit nichten, es geht noch viel komplexer/kranker. Verzeihen Sie mir bitte, wenn ich die Fachbegriffe innerhalb einer CDO nicht verwende! Wer das genauer wissen möchte kann das in Wikipedia nachlesen.
Wir haben an den oberen Geschäftsmodellen gesehen, dass es kaum möglich ist, die Risiken solcher Konstrukte zu überblicken. Dafür hat sich die Finanzindustrie nun ein spezielles Produkt ausgedacht.
Stellen Sie sich vor, Sie betreiben ein Finanzdienstleistungs-Unternehmen und sie müssen mit faulen Aktien, Anleihen oder Krediten irgendwie noch Geld machen! Niemand würde Ihnen für ein Produkt, dass Sie aus solchen Werten zusammenstellen auch nur einen Euro leihen. Außer Sie garantieren dem Kunden für ihn das Risiko geringer zu gestalten.
Wir basteln nun eine CDO
Eine CDO besteht nun aus einer Zweckgesellschaft die sich mit mit faulen Krediten und Anleihen eindeckt. Die Risiken werden mittels Derivaten abgesichert, welche meist auf dem Geschäftsmodell eines „Kreditausfall-Derivates“ (CDS) beruhen. Damit beim Kunden ein Vertauen aufgebaut werden kann, teilen wir nun die Wertpapiere, die wir verkaufen, in drei Gruppen.

Die erste Gruppe bekommt anteilig die wenigsten Gewinne ab. Die zweite wird mit mittleren Gewinnen belohnt und die dritte mit den höchsten Gewinnen bedacht. Die Verluste werden nicht mehr geteilt, sondern der Anteilseigner mit dem höchsten Gewinnen wird mit den Verlusten so lange belastet, bis der Verlust seine Einlage aufgebraucht hat. Reicht dies nicht zur Deckung, kommt die Mittlere Gruppe dran. Sollte es wirklich zu einem kompletten Ausfall kommen, schauen alle durch die Finger.
Die Anteile mit dem höchsten Risiko bekommen also auch die höchsten Gewinne.

Erinnern wir uns!
Die Zweckgesellschaft verkauft nicht die Anleihen die sie erworben hat, (Bei Krediten wäre das auch nicht rechtmäßig) sondern legt verzinsliche Wertpapiere auf. Welche in einer CDO unterschiedlich mit Risiko behaftet sind. Wir haben also ein handelbares Gut. Welches der Eigner auch jederzeit weiter verkaufen kann. Im übrigen werden solche Werte nicht auf der Börse gehandelt. Die Börsenaufsicht ist demnach nicht zuständig.
Einige Finanzmagnaten wurden mit diesen CDO´s schon sehr reich. Sie legen die Wertpapiere auf und behalten die Anteile mit dem höchsten Risiko. Vor allem darum, weil sie den Markt mit ihren „Hedge-Fonds“ so stark beherrschen, dass sie eigentlich kein Risiko eingehen.
Wenn Sie nun meinen, dass es dann nicht besser sei, die hoch mit Risiko behafteten Papiere zu kaufen, fragen Sie einfach einen Banker der „Düsseldorfer IKB“! Die „Drottel aus Dusseldorf“ <- interne Bezeichnung bei der Goldmann Sachs, haben genau das versucht.

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