ABS, SPV und CDS (Die Tricks der Banken)

Ich muss den Post über die Goldmann Sachs leider nochmal verschieben. Je länger man im Sumpf watet, desto tiefer sinkt man und kommt immer langsamer voran. Dafür möchte ich den heutigen Post dem Thema Refinanzierung von Banken widmen. Da dies den Beitrag über die Goldmann Sachs und der Finanzkrise dann kürzer werden lässt.

Refinanzierung
Was macht eine Bank, wenn sie von der Notenbank keinen Kredit mehr bekommt? Sie refinanziert sich. Dazu nimmt Sie Kredite, Leasingverträge, oder Anleihen und verkauft sie an einen privaten Investor. Somit hat sie wieder Kapital und kann dieses mit dem bekannten Hebel wiederum verleihen. Sie gibt somit Schulden ab um andere Schulden gewähren zu können.

Zweckgesellschaft
(englisch= special-purpose-vehicle SPV)
Diese werden speziell für ein Projekt gegründet und beim erreichen des Zieles wieder aufgelöst, um die Risiken für Kreditgeber auf das jeweilige Projekt zu begrenzen. Was bei Großprojekten durchaus Sinn macht. Damit beim Scheitern eines solchen, die Kreditgebern nur bis zur Höhe des Kredites zur Haftung herangezogen werden können. Eine Zweckgesellschaft muss also nicht unbedingt mit der Refinanzierung von Banken was zu tun haben.

Warum soll jedoch eine Bank bestehende Kredite gegen neue austauschen?
Bei Anleihen (nicht klagbare Schuldverschreibungen) macht das ebenfalls Sinn. Wenn Anleihen kaum mehr eine Chance haben bedient zu werden, sinkt ihr Wert. Somit auch das Kapital der Bank. Sie kann diese Anleihen jetzt zum Marktwert verkaufen und über den Hebel bestehende Kredite sichern. Die Zweckgesellschaft kann durch geschickte Zusammenstellung verschiedener Anleihen darauf hoffen, dass einige bedient werden und so über die höheren Zinsen und den niedrigen Ankaufswert, im Gesamten ein Gewinn zu verbuchen ist. Wir haben es demnach mit einer klassischen Risikostreuung zu tun.

Komplizierter wird es bei den Leasingverträgen oder bei Hypotekarkrediten. Beide sind mit einem Objekt besichert. Somit scheint das Risiko für die Zweckgesellschaft relativ gering. Warum gibt die Bank diese ab? Meist handelt es sich um Kredite, bei der sich die Bank nicht mehr sicher ist, ob sie denn das Geld je zur Gänze wieder zurück erhält. Solche Verträge sind jedoch nicht handelbar. Die Bank kann also den Kredit oder Leasingvertrag nicht so ohne weiteres auf einen anderen Gläubiger übertragen. Daher bleibt auch die Eintreibpflicht bei der Bank. Die Bank überträgt die Gewinne aus dem Kredit somit einer Zweckgesellschaft. Die Zweckgesellschaft bezahlt der Bank dafür einen ausgehandelten Preis. Womit die Bank wiederum fähig ist Kredite zu vergeben, bei denen der Bank die Rückzahlung wahrscheinlicher ist.

Die speziellen Zweckgesellschaften
Hier sind Abkürzungen wie SPC, SPE oder LPE gebräuchlich.Die Zweckgesellschaft ist nun im Besitz von Krediterträgen von verschiedenen Krediten, für die sie keine Eintreibpflichten hat. Da diese weiter bei den Banken bleiben. Neben dem Preis, gehören Auflagen an die Bank, über die Vorgehensweise bei platzen des Kredites in den Vertrag zwischen der Zweckgesellschaft und der Bank. Bei welchen Rückstand die Klage durch die Bank zu erfolgen hat und die Hypothek oder das geleaste Objekt fällig wird.

Forderungsbesichertes Wertpapier
(englisch= asset-backed security, ABS)
Die Zweckgesellschaft sammelt also offene Forderungen verschiedener Banken, die diesen als schwer eintreibbar erscheinen. Diese werden dann in Wertpapiere verbrieft und somit zu einem handelbaren Gut. Welches, weil diese Forderungen ja alle mit einem Wert besichert sind, als sehr sicher gelten. Auch wenn die Bank dies nicht mehr so sah. Diese Papiere können nun frei gehandelt werden. Also, auch ein Kleinanleger kann sich einige Anteile an einer Zweckgesellschaft sichern. Wenn nun ein Großteil der Kredite oder Leasingverträge rückgezahlt werden, ergibt sich in Summe für die Zweckgesellschaft ein Gewinn. Der auf die Halter der Wertpapiere und der Zweckgesellschaft aufgeteilt wird.

Konsequenz
Die Zweckgesellschaft riskiert bis zum vollständigen Verkauf der Papiere ein recht hohes Kapital. Ein Risiko das sich die Zweckgesellschaft selbstverständlich bezahlen lassen will. Und benötigt einen gewissen Aufwand an Büros und Betriebsmittel, sowie Gehälter für die Manager (das die nicht gering sind versteht sich von selbst). Alles Aufwendungen die zusätzlich zu den Aufwendungen der Bank von den Schuldnern bezahlt werden müssen, um im gesamten einen Gewinn zu erwirtschaften. Bei einem Ausfall von einem Großteil der Kredite, müssen die Verkäufe der belehnten Objekte einiges mehr abwerfen als die Schulden, welche auf dem Objekt lasteten.

Also, eine typische Leistung der Finanzindustrie
Sie schafft Vermögen aus der Verschiebung von Schulden.
Wem nun eine solche Konstruktion als zu risikobehaftet erscheint, kann zusammen mit dem Forderungsbesicherten Wertpapier, sich auch noch eine Versicherung (siehe dazu: Derivate) zulegen, um sich gegen die Ausfälle eines ABS zu versichern. Da jedoch jeder Trade etwas kostet, ist es nicht zielführend, wenn sich jeder Halter eines ABS selbst versichert.

Die „Collateralized-Debt-Obligation“ CDO bietet die Möglichkeit, dies in einem einzigen Produkt zu erwerben. Und mit dieser wird sich mein nächster Post befassen. Danach sollte es mir möglich sein, Ihnen den Verlauf der Finanzkrise und die Rolle der „Goldman Sachs“, wie auch der „Deuteschen Bank“, in einem Post näher zu bringen?

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