Banker raus aus den Universitäten?

Linke  Studenten protestierten gestern gegen den Auftritt von Ignazio Visco (Gouverneur der italienischen Notenbank) in der Aula der Universität von Florenz. „Banker raus aus den Universitäten“, soll man in Sprechchören gehört haben? Das hat sicher seine Richtigkeit liebe Studenten. Doch solltet Ihr euch die Frage stellen, ob es sinnvoll ist gegen die Banker zu protestieren und nebenbei sich ihrer Bücher zu bedienen? Denn nur so ist es erklärbar, dass die „Linke Bewegung“ vor den Interessen der Hochfinanz kapituliert.

Ignazio Visco (Gouverneur Banca d'Italia)

Ignazio Visco (Gouverneur Banca d’Italia)

Liebe Studenten!

Ja, meiner einer sieht das genau so. Die „Banker“ welche die Wirtschaft immer mehr knebeln, sollten wirklich ihren Einfluss aus den Wirtschaftsuniversitäten zurücknehmen! Doch ob die nun persönlich in den Universitäten erscheinen, spielt wirklich keine Rolle mehr. So lange Studien dieser „Banken“ als Grundlage herangezogen werden, werdet ihr geblendet. Anders ist Eure Kapitulation vor den Machenschaften der  „Gesellschaften des legalisierten, organisierten Verbrechens“ nicht zu verstehen, wenn nun einige hochrangige linke Politiker eine Reichensteuer von bis zu 75% verlangen.

Die Kapitulation
Da viele Reiche ja phantastische Gewinne machen, kann man sie ja ruhig extrem besteuern. Zudem können sie ja unter Umgehung von Gesetzen, vieles von der Steuer bewahren. Wir gehen nun also her und bestrafen die Eliten, welche durch Fleiß und Glück ihre Gewinne erwirtschaften? Diese ihre Gewinne in dem jeweiligen Land machen in dem sie auch leben? Diese wer weis sogar im dem Land auch noch ausgeben? Einen besseren Gefallen könnt ihr den „Eliten des legalisierten, organisierten Verbrechens“ gar nicht tun. Die reiben sich jetzt schon die Hände, wenn sie die entsprechenden Unternehmen aufkaufen können. Feindliche Übernahmen stehen dann an der Tagesordnung. Ist es dass was ihr auch euren Büchern lernt?

Werft endlich die Bücher weg!
Es ist einfach dumm die Ehrlichen zu bestrafen. Ist euch nicht klar wie der Hase läuft? Es geht nicht um die Einnahmen, welche in den jeweiligen Staaten gemacht werden. So lange die „Gesellschaften des legalisierten, organisierten Verbrechens“ ihre Gewinne in Staaten verschieben, welche keine Steuern verlangen, kümmert die es einen Dreck, was sie an Steuern in den Staaten in denen sie die Gewinne erwirtschaften, bezahlen. So lange wir die Casinos der Hochfinanz als wertvoll für die Wirtschaft betrachten und diese von Besteuerung befreien, wird immer mehr Kapital in diese geparkt. Und so lange wir dann die Verluste in diesen Casinos ersetzen, werden diese Verbrecher weiter versuchen das letzte Kapital aus der Wirtschaft zu saugen.

Banker raus aus den Universitäten?
Nein, Banker müssen wieder in die Unis. Menschen die den Zusammenhang von Angebot und Nachfrage auch beim Kapital verstehen. Signore Visco, mit seinen hervorragenden Verbindungen zu den „Gesellschaften des legalisierten organisierten Verbrechens“, ist jedoch kein Banker. Genau so wenig wie die vielen Autoren, welche die Marktfundamentalismen begründeten, nach denen diese „Experten“ nun die Weltwirtschaft im Interesse weniger ruinieren. Ihren Standpunkt einzig und alleine damit weiter bekräftigen, dass noch nicht genug „gesund“ gespart wurde und sie sich für diese „Leistung“, die Wirtschaft zu ruinieren, immer höhere Boni auszahlen lassen. Warum hören wir nicht endlich auf John Williamson, der den Begriff „Washington Consensus“ prägte und später relativierte: „Ich habe natürlich nie gewollt, dass mein Begriff auch Strategien wie Kapitalmarktöffnung, Monetarismus, Angebotspolitik, oder Minimalstaatspolitik (das sich der Staat aus der Sozialhilfe und der Einkommensumverteilung herauszieht) beinhaltet; diese Strategien halte ich für typisch neoliberale Ideen.“?

Eine Frage der Vernunft
Spekulationsverbot? Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln? Jeder wirtschaftliche Prozess ist eine Spekulation. Wir müssen wieder lernen, dass es einen Unterschied macht, ob ein realer Wirtschaftsprozess finanziert wird, oder für die Wirtschaft wertlose Wetten in Casinos getätigt werden. Wie kann es da sein, dass eine Notenbank legislative und executive Aufgaben übernimmt. Das sind Fragen die sich der italienische Bürger, angesichts der Aufgaben die alle einer einzigen Institution obliegen, stellen muss. Die als eine Aktiengesellschaft, wem vor allem verpflichtet ist? Doch wie soll das klappen, wenn eure Notenbank auch die Wirtschaftsforschung fest in der Hand hat?

Eurer Wildweststeirer

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