Das WEF in Davos und die „Kollektive Intelligenz der Finanzströme“

Was ist denn dieses WEF (World-Economic-Forum) in Davos? Das WEF soll eine Plattform für die „Eliten“ sein, sich gegenseitig auszutauschen, um die Welt mittels einer funktionierenden Wirtschaft etwas besser zu machen. Die Realität dahinter kann man vereinfacht so beschreiben.  Unsere „Eliten“ treffen sich mit den „Gesellschaften des organisierten Verbrechens“ zu Vorträgen von „Experten“. Nebenbei wird in einer Art „Speed-Dating“ sich gegenseitig zugesichert, alles richtig gemacht zu haben. Somit gibt es keinen Anlass, nicht weiter auf die „Kollektive Intelligenz der Finanzströme“ zu vertrauen, um diese Welt nun seit über 40 Jahren immer „besser“ zu machen.

Davos im Winter

Davos im Winter

„Kollektive Intelligenz der Finanzströme“
Unsere „Eliten“ und deren neoliberalen „Experten“ gehen davon aus, dass diese „Intelligenz“ die Finanzströme immer und zu jeder Zeit ganz automatisch in die richtige Richtung lenken und so die Wirtschaft antreiben. Sehen wir uns nun einige Aussagen der „Eliten“ genauer an, um zu verstehen, warum diese Welt dennoch immer ungerechter wird. Es dazu kommen konnte, dass diese Ungerechtigkeit nun auch Europa, vorerst Griechenland, erreichte.

Klaus Regling
Als erstes öffnen wir dazu eine ganz große Dose Mitleid für den ESM-ChefIn einem Interview mit dem Spiegel klagt er über Anfeindungen aus Deutschland:
„Ja, besonders bei Konferenzen in Deutschland. Da ist die Stimmung oft sehr aggressiv und die Leute wollen mich erst gar nicht anhören.“
Also mal ein sehr mitleidiges „Ohhhhhhhhh“ für Sie Herr Regling und damit auch schon genug des Mitgefühls. Denn schon im nächsten Satz wird uns klar warum von diesem ESM keine Rettung zu erwarten ist.
„Weil wir jetzt in Europa etwas machen, was der Internationale Währungsfonds schon seit Jahrzehnten in aller Welt macht – und der hat noch nie Verluste gemacht.“
Ja, da hat der Herr Regling absolut recht. Jedoch auch noch nie eine krisengeschüttelte Wirtschaft wieder stabilisiert. Der IWF hat nur die Interessen von privaten ausländischen Investoren vertreten, welche die Gewinne in Steueroasen verschoben haben. So gesehen muss man sich als Europäer fast schämen, diesen Etikettenschwindel „Europäischer-Stabilitäts-Mechanismus“ mit Steuern zu bezahlen. Wenn diese Steuergelder nach dem Vorbild dieser „Gesellschaft des legalisierten, organisierten Verbrechens“ finanziert werden sollen.

Mario Draghi
„Super Mario“ (EZB Chef) sieht wieder das Ende der Krise am Finanzsektor.
„Die Lage an den Finanzmärkten hat sich durch die EZB-Politik des billigen Geldes und die Injektion von rund einer Billion Euro in den Bankensektor wesentlich gebessert“
Ob „Super Mario“ je verstehen wird, dass der Finanzsektor schon lange nichts mehr mit der Wirtschaft zu tun hat? Wer den Finanzsektor beobachtet stellt fest, dass diese geschaffenen Gelder durch die „Kollektive Intelligenz der Finanzströme“ restlos in den Casinos der „Finanzindustrie“ landen. Wo sie dann wiederum Blasen generieren, die dann zu Zusammenbrüchen führen.

Angela Merkel
Bei „Muttis“ Ansprache ist man nicht ganz sicher, ob sie nun Angst um Europa, die Europäer oder die Krise selbst hat. Auch ihre Aussage:
„Es dürfe dabei nicht so weit kommen, dass etwa die Lohnstückkosten in der Europäischen Union sich auf einem Mittelmaß einpendelten.“
lässt einem den blanken Schauer über den Rücken fahren. Da fragt man sich schon, warum dies so schlecht wäre? Ist es nicht auch ein Ziel der Fiskalunion die Lohnstückkosten innerhalb der EU zu vereinheitlichen? Doch wie immer geht es „Mutti“ nur um die Wettbewerbsfähigkeit. Niedrigste Löhne für das arbeitende Volk und gewaltige Boni für die Manager die diese durchsetzen. Dafür bringt auch Sie die Finanzmarkttransaktionssteuer aufs Parkett. Tja so ändern sich die Zeiten. Früher versprachen die Politiker Steuererleichterungen um gewählt zu werden, heute versprechen sie, Steuern bei den Vermögenden einzuziehen. Da die Gegner dieser Steuern ja immer wieder die Gefahr sehen, dass durch eine solche die „Kollektive Intelligenz der Finanzströme“ gestört werden könnte, wird es sehr wahrscheinlich bei einem Wahlversprechen bleiben.

Christine Lagarde
Die Chefin des IWF, schlägt jedoch neue Töne an. Einige Ökonomen des IWF haben ja zugestanden, dass sie den Effekt des Sparens unterschätzten und darum ihre Programme relativiert haben.
„Es ist besser, sich ein bischen mehr Zeit zu nehmen, als einen Gewaltmarsch hinzulegen“
Ob Sie wirklich einen Chance hat, sich gegen die privaten Interessen der „Banken“ hinter dem IWF zu stemmen? Mal sehen wie lange sie ihren Job noch behält?

George Soros
Der US-Amerikanische Großinvestor hat kaum ein gutes Wort für die „Zurückhaltung“ der EZB beim anwerfen der Gelddruckmaschinen. Wie er darauf kommt, kann meiner einer, siehe die Aussage des „Super Mario“, nicht nachvollziehen. Auf jeden Fall kommt er auch nicht umhin, die deutsche Politik des Sparrens zu kritisieren.
„Man kann nur aus den Schulden wachsen, nicht schrumpfen.“
Klar, er dürfte einer der wenigen sein, die verstanden haben, dass es für Investoren knapp wird, wenn keine Schulden mehr gemacht werden? Und da die Bevölkerung immer ärmer wird und nichts mehr hat, müssen eben die Einkommen der nächsten Generationen her halten.

Resümee
Im Grunde also nicht Neues. Man könnte die Liste endlos fortsetzen. Alle offiziellen Vertreter sprechen von ihren kleinen Bereich, als wäre dieser die Weltwirtschaft an und für sich. Irgendwie erinnern alle unsere „Eliten“ und „Experten“ an die Möwen aus dem Film „Findet Nemo“, welche chaotisch durch die Luft wirbeln und rufen:“ meins, meins, meins“.  Sehr traurig für Menschen, welche unsere Steuergelder anvertraut bekommen. Oder eben Personen sind, welche gewaltige Gewinne mit der Krise machten. Diese teilweise sogar selbst mit ihrer Finanzmacht auslösten.

„Kollektive Skrupellosigkeit der Finanzströme“
In einer Welt in der die als „Experten“ gelten, welche am schnellsten Gewinne machen, kann man keine Lösung erwarten. Realistisch betrachtet, benötigt man eine gewisse Skrupellosigkeit wenn man den „Trade-Button“ in einem Programm bedient. Wer zögert, weil seine Entscheidung wieder mal viele Menschen in den Hunger treibt, oder ganze Volkswirtschaften ruiniert, hat schon verloren. Somit vertrauen diese ganzen „Eliten“ und „Experten“ nur auf eine „Kollektive Skrupellosigkeit der Finanzströme“. Doch wer will sich schon eingestehen, seit nunmehr 40 Jahren auf die Falschen vertraut zu haben? So zieht man sich in die Idylle der Schweizer Berge zurück. Weit ab von den Mienen der Entwicklungsländer, den Armensiedlungen, oder einer Ambulanz in Griechenland. Lässt sich von den Konzernen, die diesen Spaß schließlich bezahlen, für einige Tage bewirten und vergisst das auch dieses Forum nur mehr zu einem Etikettenschwindel verkommen ist.

Meint Ihr Wildweststeirer

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2 Responses to Das WEF in Davos und die „Kollektive Intelligenz der Finanzströme“

  1. Eine positive Bilanz ziehen sie alle, die sich am Wef in Davos am Worldeconomicforum selbst feiern. Aber auf die konkrete Frage: Was es effektiv gebracht hat, hört man lauter gewundene Antworten. Nur nie die Wahrheit, dass es wie immer nichts brachte.

    • Wildweststeirer says:

      Ja Armado.
      Ich hätte den ganzen Beitrag ja auch ohne weiters mit „Nichts neues unter der Sonne“ betiteln können.