„Gesellschaften des politisch, motivierten Verbrechens“

Eigentlich wollte meiner einer Ihnen zeigen wie „Bankenrettung“ abläuft und warum diese nicht klappen kann. Wollte mich an Prognosen versuchen und Ihnen die Funktion der Hebel nochmals verdeutlichen. Jetzt schreibt sogar die indirekt vielfach gerettete „Deutsche Bank“ Verluste. Da braucht man wohl kein Prophet mehr zu sein? Wie alle Entscheidungen der Politik, welche die im Sinne der „Banken-Lobbys“ trifft, weiter gehen werden. Die Außenstände dieser „Banken“ werden wohl wieder gerettet werden müssen? Auch wenn diese schon viele „Eliten“ kündigen. So ist dieser Beitrag nun der Teil vier zur Krise geworden, auch wenn Teil drei noch nicht fertig ist.

Hauptgebäude der "Lehman Brothers"

Hauptgebäude der „Lehman Brothers“

Die „Vermögenskrise“
In einer Welt, in der die Kapitalguthaben der Vermögenden größer sind, als der Bedarf an Kapital des Restes der Gesellschaft, müssten die Zinsen für alle praktisch null sein? Keine Bank könnte weiteres Kapital brauchen und würde sich daher weigern gute Zinsen zu zahlen. Zumal Kredite recht günstig vergeben werden müssen, um überhaupt noch jemanden dazu zu bringen, sich Geld zu leihen. Der Markt reagiert auch auf diesen Umstand ganz natürlich.

Die „Finanzindustrie“
Doch genau das wird nun durch die „Finanzindustrie“ verhindert. So wurden immer mehr Absicherungsverträge unabhängig vom realen Bedarf der Vertragspartner abgeschlossen. Um das zu verstehen, stellen wir uns vor, Sie hätten die Möglichkeit monatlich 100 Euro auf die Seite zu legen. Wir kennen die derzeit angebotenen Zinsen für Kleinanleger und die Inflationsrate. Also, um nicht auf Dauer ärmer zu werden, müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen.

Der Schurli mit der Blechhaubm
(österreichischer Spitzname der für eine Werbefigur bei der Einführung der Helmpflicht benutzt wurde.)
Nehmen wir an, Sie ärgern sich darüber, dass Schurli, der Sohn Ihres Nachbarn, jedes Wochenende das Dorf zur Rennstrecke für sein Motorrad erklärt. Was liegt jetzt näher, als eine Lebensversicherung auf den jungen Mann abzuschließen, welche im Todesfall an Sie ausbezahlt wird? Sie haben zwar keinen Schaden, wenn dieses „traurige“ Ereignis eintritt, doch sie erhalten eine schöne Summe. Genau das ist es, was die „Finanzindustrie“ macht. Sie schließt Wetten auf reale Prozesse ab. Im Grunde auch gar nicht verwerflich, oder?

Die gute Idee
In der „Finanzindustrie“ wird diese Einnahmequelle schon lange genutzt. So bieten „Banken“ heute solche „Versicherungen“ unter dem Namen Derivate und Swaps an. Das ist kein Problem, behaupten die „Experten“ der „Finanzindustrie“: „Denn auch hier wird der „Markt“ eine Balance herstellen. Sobald zu viel an Kapital in solche „Versicherungen“ investiert wird, fehlt es am Kreditmarkt. Die Zinsen steigen also wieder und die Vergabe von Krediten wird attraktiver .“ Einzig für Menschen, welche reale Werte sichern wollen, werden Versicherungen teurer, wenn „Gegenmenschen“ sogar gegen ein Unternehmen, ein Land oder Menschenleben wetten. Überlegen Sie mal selbst, ob der Effekt nicht auch mit Spekulation auf Nahrungsmittel oder Rohstoffen zutrifft?

Das Netzwerk
In unserem Beispiel bekommen die Versicherungen ein Problem. Wer schließt denn noch Versicherungen auf ein Familienmitglied ab, an das er wirtschaftlich gebunden ist? Wenn eine Übermacht an Großinvestoren absichtlich eine gefährdete Person mehrfach „versichert“, würden sie die Preise in die Höhe treiben, also werden sich die Versicherungen wiederum bei einer „Bank“ rückversichern. Demnach wettet also eine andere „Bank“ dass diese Person länger lebt. Das Ganze wird nun so richtig schön unübersichtlich. Deshalb halten sich diese „Banker“ auch für so elitär. Weil sie in diesem System, welches so die Verluste gegenseitig absichern soll, angeblich den Überblick haben.

Der Schwachsinn
In einem solchen Finanzsystem, in dem praktisch jedes Geschäft von einem Derivat mehrfach gesichert wird, ist es nun interessanter, in solche Geschäfte zu investieren als in die reale Wirtschaft. Die Wirtschaft beginnt zu schrumpfen, was wiederum die Investition in ein solches Produkt interessanter erscheinen lässt. Irgendwann kommt dann ein „Investor“ auf die Idee, besonders anfällige Personen zu suchen und für diese ein Paket an „Versicherungen“ als „Produkt“ zu verkaufen. Die Versicherungen haben ihrerseits auch gelernt und suchen sich wiederum eine „Bank“, die dieses „Produkt“ rückversichert. Damit der „Investor“ auch ja sicher geht, dass die Personen nicht sterben bevor er alle „Produkte“ verkauft hat, schließt er auch dafür noch eine „Versicherung“ ab. Noch klar wer da bei wem versichert ist? Nein? Machen Sie sich nichts daraus, keiner behält dabei den Überblick.

Das Verbrechen
Wenn in dem ganzen Konstrukt die vielen Schurlis dann doch nicht sterben, dann braucht man nur mehr eine Lobby in der Politik, welche Helme und Gurte aus Umweltschutzgründen oder sonst einen „guten“ Grund verbietet. Wenn dann genug Personen sterben, werden die „Gegenmenschen“ gewaltige Gewinne machen. Die „Versicherungen“ bekommen jedoch ein Problem. Wobei mit etwas Glück diese sich wiederum bei einer Bank rückversichert hat. Pech nur für die Angehörigen dieser Personen, welche sich eine solche Versicherung wegen der hohen Preise nicht leisten konnten.

Nur eine Geschichte?
Nein, sondern Alltag in der „Finanzindustrie“. In der „Finanzindustrie“ werden nur solche Wetten gehandelt. Diese werden unter klingenden Namen wie CDO, CDS oder ABS gehandelt. Das diese Geschäfte nichts erwirtschaften, versteht jeder. Das diese „Geschäfte“ Unmengen an Arbeitskraft und Ressourcen verbrauchen sowie gewaltige Bonis bezahlt werden, dürfte auch bekannt sein? Dennoch wird von der Politik diese „Finanzindustrie“ geschützt und gefördert, als sei sie die Grundlage der Wirtschaft?

Der Zusammenbruch
Natürlich musste dieses System scheitern. Selbstverständlich kam auch jemand auf die Idee einen rasenden Motorradfahrer zu versichern, (in der Realität wurden Kredite mit geringer Deckung versichert) und diese zu „Produkten“ gebündelt. John Paulson, ein findiger Großinvestor und die „Goldman Sachs“ kamen auf die grandiose Idee, besonders gefährdete Kredite zu bündeln und als „Abakus 2007“ zu verkaufen. Glauben Sie ja nicht, dass diese alleine auf diese Art tätig waren! Auch die „Deutsche Bank“ hat ein ähnliches Papier unter den Namen „Gemstone 7“ auf den Markt gebracht. Paulson hat dabei ca 8 Milliaden Dollar verdient und auch die „Goldman Sachs“ hat dabei Milliarden gescheffelt. Denn anders als bei Versicherungen, wird bei Derivaten auch bezahlt wenn der „Versicherungsnehmer“ absichtlich dagegen gearbeitet hat.  Die Versicherung müsste also auch zahlen, wenn Sie den Schurli einfach vom Motorrad schießen.

Die „Lehman-Pleite“
Im Amerika hatten viele Banken in die „Abakus 2007“ von der „Goldman Sachs“ investiert und alle systemrelevanten „Banken“ wurden gerettet. Außer die „Lehman Brothers“ deren Chef sich leider mit dem damaligen Finanzminister der USA nicht besonders gut gestellt hatte. Interessanterweise wurde nachher noch eine „Versicherung“ gerettet, welche zufälligerweise genau bei der „Goldman Sachs“ und der „Deutschen Bank“ wegen der genannten Papiere noch Außenstände hatte. Die „Experten“ der beiden „Banken“ haben leider übersehen, dass einige „Rückversicherungen“  wiederum ein Institut trafen, von dem sie selbst abhängig waren. Beide Banken wären sofort insolvent gewesen. Rechtfertigen die „Banker“ ihre hohen Boni nicht immer damit, dass sie als die „Elite“ der „Finanzindustrie“ die Übersicht über die Geldflüsse?

Der Etikettenschwindel
Das was immer wieder auffällt, ist, dass die ganzen Krisen immer einen Namen bekommen der mit der Ursache nichts zu tun hat. So wurde als erstes die „Lehman-Pleite“ als Auslöser der Krise bekannt. Als der Etikettenschwindel aufflog, die vielen Klagen gegen die „Goldman Sachs“ und die „Deutsche Bank“ waren ja kaum mehr zu übersehen, wurde die Krise als „Subprimekrise“ bezeichnet. Die vielen recht schwach gedeckten Kredite wurden als Ursache vorgeschoben. Das diese von zwei großen „Banken“, welche die Wirtschaft absichtlich in den Boden gestampft haben, ausgelöst wurden, scheint nicht von Belang zu sein? Der Schurli war ja auch für seinen gefährlichen Fahrstil bekannt. Kein Wunder also, wenn den einer von seinem Motorrad schießt.

Die Alternativen

  • „Derivate“ müssen genauso wie Versicherungen vor Betrug geschützt werden. Wenn man Ihnen nachweist, das sie Ihr Haus selbst angezündet haben, machen Sie sich wegen Versicherungsbetrug strafbar. Die Versicherung wird also nicht bezahlen müssen und Sie werden zu einer hohen Geldstrafe oder sogar Freiheitsentzug verurteilt. In der Finanzwelt werden zwar die Banken zu Beträgen von mehreren Millionen verurteilt. Doch woher soll die abschreckende Wirkung kommen, wenn man an solchen Geschäften Milliarden verdient? Verluste sogar durch die Allgemeinheit ersetzt werden.
  • Jede „Bank“ muss sofort notverstaatlicht werden, wenn diese Insolvent wird. Die Einlagen könnte man bis zu einer gewissen Summe garantieren. Die ausstehenden Kredite langsam einfordern. Die Wirtschaft würde so nicht schrumpfen sondern wachsen. Zum einen wäre das wesentlich billiger für die Allgemeinheit, zum anderen würden der Konsum kaum einbrechen. Der ehrliche Investor, der tatsächlich in die Wirtschaft investiert, wäre belohnt worden. Doch so haben wir die „Banker“ der „Finanzindustrie“ motiviert immer weiter zu machen. Einen Weg der sie selber ebenfalls zu Grunde richtet. Gewinnen werden nur die „Gegenmenschen“ welche die Aktien dieser „Banken“ halten.

Politisch motiviertes Verbrechen
Beide „Banken“ wurden vielfach im Zusammenhang mit diesen Papieren verurteilt. Die Klagewelle nimmt kein Ende. Viele Urteile stehen noch aus und einige sind noch nicht rechtskräftig. Dennoch beherrschen diese „Banken“ immer noch einen beachtlichen Teil der internationalen Geldflüsse. Wie sollten diese beiden „Banken“ auch anders handeln? Sie werden von der Politik geschützt. So ist es auch erklärbar, das die „Godman Sachs“ ganz gefahrlos Griechenland mit einem versteckten Kredit in den Euro brachte. Die „Deutsche Bank“ zeitgleich gewaltige Kredite an Griechenland vergab. Kredite die jetzt mit der „Griechenlandrettung“ bezahlt werden. Jeder kann gefahrlos in Staatsanleihen der Krisenstaaten investieren. Die „Bankenrettung“ geht ja immer weiter. Doch das wird Teil fünf der Reihe zur Krise.

Ist es das was eine Politik bewirken soll?
Es stellt sich für meiner einer die Frage, wann die „Eliten“ endlich verstehen, dass auch sie betrogen werden? Alleine in Deutschland wurden über 40.000 „Bankkaufleute“ entlassen. Man stelle sich das mal vor, ein  Autokonzern würde Milliardenhilfen erhalten und dennoch eine solche Menge an Leuten entlassen! Und denken Sie ja nicht, dass hier die Liberalen, die Grünen, die Sozialisten oder die Konservativen sich unterscheiden! In Österreich lief der Wechsel von einer konservativ dominierten zu sozialistisch dominierten Regierung im übrigen fast zum gleichen Zeitpunkt in die entgegen gesetzte Richtung ab wie in Deutschland. Dennoch wurden fast die selben Fehler gemacht. Politiker, welche die Nähe zu den Lobbys als notwendig erachten, können keine Entscheidungen treffen, welche vernünftig sind. Wollen wir uns das wirklich noch weiter bieten lassen?

Fragt ihr Wildweststeirer

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5 Responses to „Gesellschaften des politisch, motivierten Verbrechens“

  1. Tom says:

    Danke, ein sehr schönes Schriftstück. Es hat etwas von Abneigung, spürbar, weil es richtig ist hier Abneigung zu zeigen. Und es hat was von Vereinfachung, um etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Unterstützen sollte m,an solche Industrien nie, besser konzertiert bekämpfen. ABER, der deutsche Michl, der ist noch nicht wach, und denkt sich seinen Teil, oder auch nicht. Denn der Mensch denkt zuerst an sich selbert, genetisch ok, und diesen Mechanismus machen sich dies Bangster zu eigen.

    • Wildweststeirer says:

      Gerne Tom.
      Ich bin weniger für ein bekämpfen denn ein gleichstellen.
      Wenn diese „Finanzindustrie so überzeugt von sich ist, werte zu erzeugen, dann soll sie bitte auch gleich besteuert werden wie ein Produktionsunternehmen.

  2. Sasha H says:

    Wichtige Worte. Klare Erläuterung. Es passt mir. Besten Dank. Machen Sie weiter. Ich bin auch ein Webmaster. Nur weiter so. Die Seite hat viel interessantes. Frieden. Bitte machen Sie mehr Kommentare. Der Anfang sind weltklasse. Ein erfolgreiches neues Jahr.

    • Wildweststeirer says:

      Danke Sascha.
      Dein Forum steht ja noch in den Anfängen.
      Hoffe Du kannst Dich etablieren?
      Wobei sich die Frage stellt, warum Du nicht Google+ nutzt?
      Die politische Diskussion ist da sehr stark vertreten. Das System ist auch relativ einfach zu nutzen.

      • Beckham says:

        Holla! Dieser Sinn aber auch: „Das (Anm.: Kaputtsparen) ist das Rezept ffcr Mord und Totschlag“.Wenn er nun noch den ganzen Schritt maehcn wfcrde und sagte, dass der Neoliberalismus das Rezept ., dann, ja und dann nie, nie wieder ein Interview geben wfcrde, he4tten wir einen neuen Paulus So mf6chte ich Sinn in Erinnerung behalten. (Der Bf6se wird gut und stibt dann, so wie im amerikanischen Filmen)Realistischerweise kf6nnen wir aber bereits Einlaufwetten auf die ne4chste Blf6dheit abgeben